Archiv für Sparte ‘Bürger hautnah’

8
Jun

Begleiter (3)

   Von: Lady Sharina in Bürger hautnah

Weiter geht es mit der Reihe über Begleiter in Simkea.

Der Mechanische Modron war ein Geschenk für die Teilnehmer des Simkea- AW-Treffens 2009. Die Besitzer konnten ihrem Modron einen Namen geben und dieser bewacht dafür deren Profil.
Ihr glaubt es nicht? Dann klickt mal Pytron und Co. an.
Der Modron ist auch einer der wenigen Begleiter, der Geräusche von sich gibt.
Zitat Karana: „Irgendein mechanisches Klappern.“
Neben Pytron, Liala und Nicol Bolas haben noch Maddie Hayes und Firunja jeweils einen Modron.
Leider scheinen sie vom Aussterben betroffen zu sein, also die Modrons. Denn das sind alles keine aktiven Mitbürger mehr.

(Lady Sharina)

16
Feb

Interview mit Relsenrazor

   Von: Lady Sharina in Bürger hautnah

Nach langer Zeit dachte ich mir, ich könnte mal wieder Simkeaner mit Fragen nerven.
Hier also mein Interview mit unserem Mitbürger Relsenrazor:

Lady Sharina: Wie bisst du auf Simkea gestoßen?

Relsenrazor: Ich war auf der Suche nach einem Browsergame zum Zeitvertreib. Da ich ein Fan von ARPGs bin, war ich ursprünglich auf der Suche nach etwas aus diesem Genre. Ziel war ein Spiel, bei dem ein Handwerkssystem mit Aufträgen und Kämpfen verbunden ist. Jedoch führte dies meist zu Pay-to-Play- oder Pay-to-Win-Spielen. Da ich das ganze jedoch als Zeitvertreib und nicht als Beruf betreiben wollte, war dies nach kurzem Anspielen nichts für mich. Also wieder „Back to Google????“. Nach längerer Recherche und einigen Fehlversuchen, einem Aufenthalt auf der Startinsel, der mit einigen Fehlschlägen und deftigen Ausdrücken verbunden war, habe ich schließlich das Portal nach Simkea gefunden und mich klopfenden Herzens ins Unbekannte begeben.

Lady Sharina: Hast du andere RP- Spiele vorher gespielt oder ist dies dein erstes?

Relsenrazor: Nein, war eher APRG-Spieler und Einzelkämpfer. Simkea ist das erste Spiel dieser Art für mich. Daher habe ich mich am Anfang ziemlich schwergetan.

Lady Sharina: Wie erging es dir hier die ersten Tage, wurde dir geholfen? Hast du dich selbst durchgekämpft?

Relsenrazor: Wie ich nun so an meinem ersten Abend in Trent in so völlig zerlumpter Kleidung mutterseelenallein auf dem Marktplatz stand, wollte ich schon wieder zurück in die Anderswelt fliehen. Doch da blinkte was rosa im Chatlog. Ich erhielt eine Einladung zu einer Strandparty. Erst traute ich mich nicht so richtig da hin. Schließlich trug ich nur ein von der Reise völlig verschlissenes Outfit, mit dem ich nicht unter Leute gehen wollte. Ich ließ mich am Ende jedoch überzeugen, dass Simkeaner damit kein Problem haben. Inzwischen weiß ich ja, dass dies die Standardbekleidung der meisten ist????. Nachdem ich mich zum Strand begeben hatte, wurde ich von vielen Altsimkeanern begrüßt. Nachdem ich kurz mit den Mindestanforderungen für das Verhalten am Büfett belehrt worden war, konnte ich endlich meinen Hunger stillen. Anschließend versuchte ich mir ein Bild von dieser illustren Gesellschaft zu machen. Alles redete durcheinander, versuchte sich gegenseitig mit Anekdoten zu übertrumpfen. Für einen Neuling war es da schwierig, Allen zu folgen. An den Spielen, die zum Zeitvertreib stattfanden, konnte ich leider noch nicht teilnehmen. Nach diesem lauten ersten Abend begab ich mich, um einige Leckereien in den Taschen reicher, zur Ruhe. Am nächsten Morgen begann die Wahl des ersten Berufes und, damit verbunden, der dafür nötigen Werkzeuge beim allseits bekannten Wucherer und Halsabschneider. Irgendwie habe ich mich vergriffen und den Stand statt mit einer wohlgeschliffenen Axt zum Bäume fällen mit einer Feuersteinaxt verlassen. Damit lassen sich vielleicht kleinere Monster beeindrucken, aber keine gestandene Eiche. Also wurden erstmal mit dem Messer Weiden verschnitten und verarbeitet. Die Angel kam bei Blue ins Lager zur späteren Verwendung. Nachdem die ersten Körbe verteilt, äh, verkauft waren, konnte ich mir eine für den Beruf passende Axt und eine Säge leisten. So begann mein Leben in Simkea mit viel harter Arbeit, begleitet von vielen Fehlschlägen, für oft kargen Lohn. Meist tauschte ich die schmale Ausbeute vom Holzfällerlager direkt an der Tavernentür gegen Nahrung ein und die wenigen Heller gegen Kleidung und Werkzeug. In dieser Zeit halfen mir viele Simkeaner, die mir von Zeit zu Zeit den einen oder anderen Leckerbissen zusteckten. Auch erhielt ich viele gute Ratschläge, um das Leben in Simkea zu meistern. Besonders Bruni war immer wieder mit frischem Werkzeug zur Stelle, wenn ich meines durch unsachgemäßen Gebrauch vor der Zeit ruiniert hatte.

Lady Sharina: Vielen ist das Spiel zu kompliziert und sie sind nach ein paar Tagen wieder weg. Wie war das bei dir, war es schwer, durchzublicken?

Relsenrazor: Aller Anfang ist schwer. Gerade die Starterinsel war an manchen Stellen für mich schwierig zu verstehen. Hier ging es insbesondere darum, dass zwar A mit B zu kombinieren geht, aber nicht B mit A. Aber nachdem ich das ‚rausgefunden hatte, wurde alles solange in beiden Richtungen probiert, bis sich der gewünschte Erfolg einstellte. Da das Rollenspiel im Chat für mich in dieser Art neu war, habe ich versucht, die ersten Tage durch Beobachtung zu lernen und habe mich für den Anfang zurückgehalten.

Lady Sharina: Erzähle mal den Lesern, was du alles kannst. Außer Schiffe bauen.

Relsenrazor: Gibt’s da denn noch was anderes? Nein, die zwei Ausflüge zur Werft im Jahr reichen. Ich glaube, Klaus freut sich auch immer, wenn dann wieder Ruhe einkehrt. Ich bin eine Sammlernatur und Meister in Holzabbau, Pflanzenkunde, Steinmetzen und Bergbau. Bei der Verarbeitung habe ich einen Meisterbrief für Holzbearbeitung. So bin ich viel im Umland und den Bergen unterwegs, hauptsächlich, um den Stadtarbeitern Material zu liefern. Wenn es denn die Zeit und der Geldbeutel zulassen, arbeite ich als Schmied und Handwerker und hoffe, auch in diesen Berufen bald bei Marry erwähnt zu werden. Zurzeit versuche ich mein Haus auszubauen. Zu meinem nächsten Simburtstag sollen nicht wieder so viele in den Zuber platschen.

Lady Sharina: Und was war dein erster Beruf?

Relsenrazor: Es waren eher erste Berufe. Ich habe zum Beginn Holz sowohl abgebaut, als auch bearbeitet. Diese Linie habe ich bis zu den beiden Meisterbriefen fortgeführt.

Lady Sharina: Hast du erst einen gelernt oder den Anfängerfehler gemacht, der leider häufig ist und dich verzettelt?

Relsenrazor: Hmm, schwierige Frage. Gearbeitet habe ich nur im Holz, um schnell aufzusteigen. Die Motivation war dabei, die Zahl der Fehlschläge zu reduzieren. Die Talentsteine habe ich jedoch kunterbunt auf alles verteilt, damit ich, egal wo es mich in der Zukunft hintreibt, nicht bei Null anfange. Die meisten Berufe habe ich noch nie ausgeübt.

Lady Sharina: Ganz wichtige Frage: Liest du den Boten? Wenn nein, warum nicht?

Relsenrazor: Ja, jede Ausgabe. Teilweise habe ich auch schon im Archiv rumgestöbert.

Lady Sharina: Möchtest du was mitteilen, was dir am Herzen liegt?

Relsenrazor: Ich finde das Spiel Simkea super und fühle mich zwischen den ganzen Bürgern und Bewohnern wohl. Daher wünsche ich mir, dass dies noch lange erhalten bleibt und MasterX und Flummii und die anderen vom Team trotz mancher Nörgelei von uns das Ganze noch lange am Laufen halten.

Lady Sharina: Ich bedanke mich für das Interview und wünsche weiterhin viel Spaß.

(Lady Sharina)

10
Dez

Oh Adelsmann

   Von: Calisto in Bürger hautnah

Bei so manch einer Person die durch Simkea krabbelt, springt, fliegt, läuft, rennt, oder sich sonst wie voranbewegt kann man über die Abstammung schon so einiges vermuten oder weiß sogar das ein oder andere. Anders jedoch bei Phyre, dem blauen Irrlicht. Hier dürfte kaum jemand etwas über die Abstammung wissen. Doch ist es dem (von Phyre so genannten) „rasenden Reporter“ gelungen, einige Details hierzu zu erhaschen. So wissen wir, dass das Blut des Irrlichts (seit wann haben Irrlichter Blut?) blau ist, sprich, einer der Vorfahren muss adelig gewesen sein. Dies bestätigte sie auch sofort, mit dem Verweis, dass ihr Vater ein Adler war. Auf Nachfragen ergab sich dann auch, wer oder genauer was ihre Mutter war, nämlich ein Rettungswagen. Somit ist nun auch geklärt, warum das Feuerchen immer blau leuchtet.

(Baldrin)

Frage: Wollen wir uns nicht setzen?
Simplicius Simplicissimus: Ja, gute Idee. (holt einen zweiten Stuhl aus der Küche, während sein alter ego nochmal den Blick über die Portraits schweifen lässt)
Frage: Ich werde das Interview dem „Boten“ anbieten, bist du damit einverstanden?
Simplicius Simplicissimus: Sehr gerne, kein Problem. Hoffentlich haben sie noch niemand losgeschickt für einen eigenen Bericht. (grinst)
Frage: Stört es dich, wenn ich der Einfachheit wegen Sim zu dir sage?
Sim: (schmunzelt) Durchaus nicht, ich sage zu dir ja auch Sim.

Frage: Sim, du hast seit Juli in deinem Haus „Am schiefen Apfelbaum“ (4|19) im Wohnzimmer eine kleine Ausstellung mit dem Titel „47 Facetten der Kultur – 47 Portraits“ organisiert. Wie kamst du denn auf dieses Thema?
Sim: Wie das so oft geschieht eigentlich durch Zufall und dann als Grille. Wiglaf Droste ist ja im Mai noch sehr jung verstorben und in einem anderen Kontext suchte ich dann nach weiteren deutschen Satirikern, die in den letzten Jahrzehnten in der Kulturszene hervorstachen. Nach Satirikern wohlgemerkt, nicht nach Kabarettisten oder Stand-up-Comedians, das ist ja etwas anderes.
Frage: Und dann?
Sim: Mir fiel bis auf Eckhard Henscheid spontan erstmal niemand ein und in einem inneren Monolog versuchte ich mich zu entscheiden, wer von beiden der wichtigere, einflußreichere Autor mit der größeren Reichweite gewesen war. Beide waren umstritten, wie es sich gehört, aber ich neige zu Droste, obwohl ich weiß, dass ich Henscheid damit nicht wenig Unrecht tue. Und daraus ergab sich dann alles.
Frage: Wie ergab sich dann alles?
Sim: Naja, von Henscheid zu F. W. Bernstein mit seinem „Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche.“ ist es ja nicht weit, Frankfurt am Main ist keine große Stadt. Damit war ich bei Grafik, Cartoon und Comic. Horst Janssen als der bedeutendste Grafiker war keine Frage. Und ich grübelte als nächstes, wer für mich denn der wichtigste Illustrator von Kinderbüchern gewesen war. Janosch mit seiner Tigerente und Panama stand mir sofort vor Augen. Dann erinnerte ich mich, dass es ein ganz großartiges Liederbuch mit Kinder- und Volksliedern gibt, das Tomi Ungerer wunderbar illustriert hat. Aber Ungerer ist Franzose. Und der einflußreiche Maurice Sendak mit seinen wilden Kerlen ist US-Amerikaner. Ich wollte aber das Konzept der Beschränkung auf Deutschland nicht durchbrechen. Es gibt auch noch sehr viele und ganz tolle Illustratorinnen und Illustratoren, Judith Kerr zum Beispiel, die durch ihre Vertreibung zwar Britin werden musste, aber in Berlin zur Welt kam. Du kennst sicher „Ein Tiger kommt zum Tee“, aber an Janosch reicht in Deutschland halt niemand heran.
Frage: Das klingt so als wäre da etwas ins Rutschen gekommen?
Sim: Genau. Während der Recherche hatte ich mir auch immer Fotos der Personen angesehen. Das mache ich gerne. Und dann stieß ich auf dieses außergewöhnliche Bild von Josef Hegenbarth, den ich nicht nur in der DDR sondern auch im Westen für den wichtigsten Illustrator der letzten Jahrzehnte halte. Ich begann zu überlegen, woraus unsere Kultur denn sonst noch besteht
Frage: Deshalb der Titel „Facetten der Kultur“?
Sim: Ja. Und wer mir so spontan für die letzten Jahrzehnte als die jeweils wichtigste Persönlichkeit einer Facette einfällt. Wer in unserer Kultur aktuell eine deutliche, prägende Spur hinterlassen hat.
Frage: Das ist nicht immer einfach.
Sim: Sicherlich. Das kann ungerecht werden. Und viele Künstlerinnen und Künstler arbeiten auch gleichzeitig in unterschiedlichen Sparten. Beuys ist eben nicht nur Bildhauer sondern auch Aktionskünstler und Fotograf gewesen. Dass Michael Ballhaus der wichtigste Kameramann und Gerhard Richter der wichtigste Maler ist braucht keine lange Recherche. Beim Kabarett habe ich jedoch kapituliert. Dieter Hildebrandt hat zweifellos die Szene geprägt, aber Georg Schramm stand mindestens in den letzten drei Jahrzehnten einfach an der Spitze. Ich habe also beide aufgenommen. Dann gibt es ja auch Persönlichkeiten wie Alfred Eisenstaedt, Peter Latz oder Wilfried Minks, die vom Namen her kaum bekannt sind, aber dennoch einen ungeheuren Einfluß hatten.

Frage: Bei den Fotos gibt es eine Bandbreite von konventionellen Aufnahmen bis zu überraschenden, charakterisierenden Bildern. Was waren die Kriterien?
Sim: Für eine Ausstellung entschied ich mich, als ich dieses beeindruckende Foto von Pina Bausch fand. Was für ein Gesicht! Es war aber bald klar, dass ich nicht bei den ausdrucksvollen Gesichtern bleibe sondern dass ich meine eigenen Regeln bei Bedarf ganz undogmatisch durchbreche. Hans Magnus Enzensberger zum Beispiel muss einfach vor dieser riesigen Bücherwand sitzen. Da ist dieser kleine Mann (ich habe ihn mal getroffen, er ist wirklich klein) und er beschäftigt sich mit Gedichten, der verdichtetsten, kürzesten literarischen Form nach dem Aphorismus und in dieser Lyrik extrahiert sind viele viele viele Regalmeter von anderen, gelesenen und halbgelesenen Büchern und den Gedanken, Situationen und Bildern, die daraus erwachsen. Das transportiert dieses Portrait auch und so soll es sein. Bei Frei Otto, den ich sehr bewußt nicht als Architekten sondern als Baumeister bezeichne und bei Wolf Biermann habe ich Bilder ausgewählt, auf denen sie noch jünger sind, die aber die Person besser charakterisieren.
Frage: Manchmal bleibt es aber doch unbefriedigend, oder?
Sim: Zweifellos. Von der Köth gibt es aus meiner Sicht kein interessantes Foto und von Ralf Schweiger gibt es leider keine Auswahl, ob wohl er ein wichtiger deutscher Parfumeur ist.
Frage: Die meisten sind wohl Franzosen?
Sim: So ist es, und die Namen dieser Handvoll Künstlerinnen und Künstler sind in der Regel auch hinter den Markennamen versteckt, die jeder kennt. Die treten als kreative Person fast nie in Erscheinung, arbeiten aber auch oft als Team.
Frage: Manche Gesichter sind auch wenig bekannt. Ich fand das witzig: Ach, so sieht also der Klaus Teuber aus.
Sim (grinst): Ja, wie oft haben wir beide vergnügt am Tisch gesessen und Siedler gespielt. Auch Greno ist kaum bekannt, obwohl man an ihm, was die Buchkunst und Buchgestaltung angeht, nicht vorbeikommt. Ein ganz wichtiger Künstler, von dem es kaum Fotos gibt.
Frage: Ich muss auch nochmal nach Hans Schnier fragen. Was sollte das denn? Böll taucht doch schon an anderer Stelle auf.
Sim: Ja, da steckt ein Riesenproblem dahinter. Es gibt derzeit, so weit ich das sehe, keinen hervorragenden deutschen Clown. Die Schweiz bringt erstaunlicherweise viele interessante Clownsmänner und -frauen hervor, aber in Deutschland finde ich nichts. Ich habe natürlich Helge Schneider aufgenommen, der – nicht nur, aber auch – Clown ist. Aber er ist kein klassischer Clown wie seinerzeit Charlie Rivels oder Oleg Popow. Er hat aus der Figur des Musikclowns eine ganz eigene, weiterreichende Rolle entwickelt. Ich mußte in der Not auf eine literarische Figur zurückgreifen. Schnier sagt in einem Telefongespräch mit seinem Bruder: „Ich bin ein Clown (…) und sammle Augenblicke“. Das hat mir gefallen. Das ist auch sehr deutsch.
Frage: Bernhard Paul?
Sim: Der kommt aus Östereich.

Frage: Was kannst du denn noch selbstkritisch zu der Ausstellung anmerken? Welche Probleme sind nicht zur Zufriedenheit gelöst?
Sim: Ojeh, da gibt es viele Punkte. Es sind, das sieht man ja sofort, die Frauen unterrepräsentiert. Aber diese Ausstellung spiegelt ja auch nur gesellschaftliche Verhältnisse und da ist eben auch der Kulturbetrieb männerdominiert. Ich habe etwas gemogelt mit Martina Hill. Es gibt sicher auch noch andere gute Komikerinnen und Komiker, da könnte man wohl streiten, aber ich finde ihren Stil einfach hervorragend und innovativ. Und das Bild des Tankstellenüberfalls mit der Banane ist einfach zum Schießen.
Frage: Die Kulturszene der DDR bleibt auch in der Minderheit.
Sim: Naja, ich war nicht völlig blind, Hegenbarth, Biermann (der seine beste Zeit in der DDR hatte), die Thalbach und Heiner Müller sind ja aufgenommen, aber ich halte eben Bernhard Minetti für bedeutender als, sagen wir mal, Manfred Krug, obwohl mir der schon in „Die Spur der Steine“ ausnehmend gut gefallen hat und einen netten Jazz pflegte. Da gibt es vielleicht auch keine guten Lösungen, weil es doch auch voneinander getrennte kulturelle Erfahrungsbiographien gibt. Der West-Blick dominiert hier zweifellos.
Frage: Was fehlt noch?
Sim: Ganz eindeutig der Tanzbereich, welche Tänzerin und welcher Tänzer hätte Erwähnung finden müssen. Da kenne ich mich aber auch nicht so gut aus und so ist mir das Defizit erstmal garnicht aufgefallen. Und es fehlt auch, wer am hervorragendsten Chöre dirigiert. Das muss als „Facette der Kultur“ eigentlich einen eigenen Platz haben.
Frage: Beim Jazz hast du auch nur an Schneider und Mangelsdorff gedacht?
Sim: Nein, ich habe an sehr viele gedacht. Aber ja, Albert Mangelsdorff steht hier stellvertretend für eine sehr vielschichtige Szene. Ich weiß, dass ich da vielen Unrecht tue, aber Mangelsdorff (den ich übrigens auch mal getroffen habe) war als Musiker und Mensch eine so außergewöhnliche Persönlichkeit, dass die meisten Jazzerinnen und Jazzer mir das sicher nachsehen würden. Weniger sicher bin ich mir da bei Inga Humpe, die ich eigentlich hätte aufnehmen müssen, weil sie zusammen mit ihrer Schwester eine unglaublich wichtige Rolle in der Musikszene innehat, woran ich aber zu spät gedacht habe. Auch in der Fotografie wäre noch sehr viel diskutabel, weil es da ja auch sehr vielschichtige Ansätze gibt von der Portrait- über die Architektur- und Landschafts- bis hin zur journalistischen und künstlerischen Fotografie und ich denke da nicht nur an Jim Rakete. Der Aspekt der Typografie fehlt leider völlig. Wer kam nach Peter Behrens und Jan Tschichold? Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen und die Schrift vor lauter Buchstaben nicht. (schmunzelt) Vielleicht müsste auch noch die Jonglierkunst zu ihrem Recht kommen. Und das Feuerwerk, die Zirkusmusik und das Puppen- und Marionettentheater. Der Scherenschnitt spielt im Kulturleben leider keine Rolle mehr. Aber das Musikvideo ist dafür seit seinen Anfängen mit den frühen Beatles-Filmen zum integralen Bestandteil dieses Segments geworden. Ich nehme natürlich jede weitere Kritik und Anregung gerne auf.

Frage: Ein etwas schwieriges Kapitel, aber die Frage muss sein: Um die Niederungen der Kulturindustrie hast du ja einen mehr oder weniger eleganten Bogen gemacht. Mit welchem Recht?
Sim: Die Frage danach ist durchaus berechtigt und berührt aber eine sehr komplizierte Gemengelage. Der Überbau eines kapitalistischen Marktes ist schließlich jenseits der Qualitäten der gleiche und beispielsweise die Punkkultur als eher authentisch gewachsene Kulturäußerung hat das ja in ihrer Kanalisierung bitter erfahren. Da wurden unzählige Bands, von denen wir nach ihrem Debüt nie wieder etwas gehört haben, angesichts des vielversprechenden Trends und der Gewinnerwartung bereits auf Verdacht hemmungslos aufgekauft und ihr kreatives Potential und das Potential dieser Jugendbewegung in dem Kokon der Kommerzialisierung rechtzeitig erstickt. Eine Helene Fischer oder die sogenannte volkstümliche oder Volksmusik, sagen wir mal in Form des vom ZDF gepäppelten Duos Marianne und Michael mögen vielleicht durch Umsatzstärke beeindrucken, aber in der Sparte selbst sind nur Nebendarsteller wie Hubert von Goisern, die Biermösl Blosn, Georg Ringswandl oder Haindling nach Jahrzehnten noch immer die Objekte von bereichernder und lohnender künstlerischer Auseinandersetzung und intellektueller Neugier.
Frage: Wenn wir uns auf diese kategorisierende Zuordnung mal einlassen…
Sim: Aber das ist – wie auch die Niederungen der altgewordenen Schlagersänger auf Malle, die sich zum dreitausendsten Mal spätnachts vor einem betrunkenen und gröhlenden Publikum durch „Ein Bett im Kornfeld“ quälen – eben auch ein Teil des Kulturgeschehens. Die auf einen schnellen Profit ausgerichteten Verwertungskonzepte sind ja nicht minder präsent und wirkmächtig. Ein Schnellschuß mit einer nach einem kalt durchdachten und straighten medialen Marketingmodell konzipierten Retortengruppe wie Tic Tac Toe hat mit einem Song wie „Ich find dich scheiße“ zweifellos auch für eine gewisse Zeit die Lebensgefühle von Menschen mitbestimmt und auf Biographien Einfluß genommen. Das darf man nicht übersehen, auch wenn sich die eigene Wertschätzung in Grenzen hält. Andere haben sich dabei vielleicht einen Heiratsantrag gemacht.
Frage: Es gibt aber doch entscheidende signifikante Unterschiede in der Dauerhaftigkeit der Aufladung, emotional und qualitativ. Verstehe ich das richtig?
Sim: Ja. Das ist es. Bestimmte Chansons der Knef zum Beispiel, an deren Texten sie damals übrigens auch selbst nicht zu knapp mitgestrickt hat, bleiben eben länger präsent, funktionieren noch über Jahrzehnte und über Generationen hinweg. Solche Textzeilen als Liedeinstieg wie 1962 „Da ist der Weg, der letzte den wir gingen“ vergisst man nicht so schnell. Heike Makatsch war 2009 dafür dankbar.
Der Markt entscheidet, nicht zuletzt Dank der begleitenden Aufmerksamkeitsökonomie, über die Reichweite und den Gewinn und damit über die Konzeption der weiterführenden Strategie. Das ist vordergründig angenehm für die Künstlerinnen und Künstler, ihre Agenturen und die Produzenten, wenn sie gut im Geschäft sind. Aber daraus bestehen nicht die entscheidenden Abdrücke von den Spuren in der Kulturgeschichte, die jemand hinterläßt. Johann Sebastian Bach starb 1750 und sein Werk geriet für Jahrzehnte in Vergessenheit. Erst 1829 sorgte Felix Mendelssohn Bartholdy für eine Bach-Renaissance. Und wir kennen zum Beispiel viele Filme, die beim Erscheinen gnadenlos geflopt sind, heute aber ihren anerkannt hervorragenden Platz im Fundus des kinematographischen Mythos behaupten.
Frage: Und wie ist dein Fazit?
Sim: Insofern haben die alltäglichen, schnell konsumierbaren Gebrauchs- und Verbrauchskulturen ebensowenig die Ausstellung zu belasten wie ein Exkurs in Walter Benjamins „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“.

Frage: Sim, dein Haus, das als „Unergründliches Obdach für Reisende“ den Namen einer legendären Haschrebellen-Kneipe im Westberlin der späten 1960er Jahre trägt, ist ja bekanntlich immer offen, weil auch andere Wesen bei dir übernachten oder baden können oder den Kamin für das Teebrauen benutzen. Wie war denn bisher die Resonanz?
Sim: Gut. Freundliche Kommentare, aber ich bekomme nicht viel mit. Als Davina Feenglöckchen und Louhi zu Besuch waren verlief sich der Drache wohl ins Bad und hielt sein Bild im Spiegel für einen Teil der Ausstellung (kichert). Ich zitiere mal aus dem Chat:

„Louhi: oh! und mich hat er im Bad hängen! *Staunt*
Davina Feenglöckchen: der große Schweiger mit seinem Parfum auch . Lustige Namen
Alice: *lacht*
Davina Feenglöckchen: warum hängst du denn im Bad? Etwa an der Wäscheleine zum trocknen?
Louhi: nein im Rahmen! glich neben dem Zuber!
Caladon Sunmo: das gibt Waschdrachenschuppen
Davina Feenglöckchen: dann gib acht, dass du nicht aus dem Rahmen fällst“

Frage (kichert auch): Wie lange ist denn die Ausstellung noch zu sehen?
Sim: Ooch, das hat keine Eile. Sagen wir mal: Bis mir etwas anderes Schönes einfällt.
Frage: Hat dir die Recherche für die Ausstellung Spaß gemacht?
Sim: Selbstverständlich. Mir ist nochmal klar geworden, wir umfangreich und vielfältig unsere Kultur ist. Das war ein Reintauchen in ein Meer voller Reichtum an Geist und Schönheit.
Frage: Und welches Bild hat dich am meisten gefreut?
Sim: Das ist schwer zu sagen. Fast alle haben mir gefallen und oft fiel die Auswahl auch sehr schwer. Zum Beispiel bei Udo Lindenberg und Rio Reiser, die ja beide auch die Tür für die deutsche Sprache im Rock/Pop-Bereich geöffnet haben. Da glaubte ja vorher niemand, dass das funktionieren könnte. Spontan denke ich aber an das Bild von Fritz Wunderlich. Das hat was, diese biedere 60er-Jahre-Spießerwohnung und darin dann dieses Leben durch das Singen und dabei dieses herrliche, lebendige, mitsingende Kind.
Frage: Lieber Sim, ich danke dir für deine Auskünfte und deine Geduld.
Sim: Ebenfalls vielen Dank, es war mir ein großes Vergnügen.

 

Fotoausstellung: 47 Facetten der Kultur – 47 Portraits
„Am schiefen Apfelbaum“ (4|19) bei Sim
Von 0 bis 24 Uhr geöffnet

 

 

Die Ausstellung findet im Wohnzimmer statt

um mögliche Tipparbeit zu vermeiden hier die Namensliste der Portraits:

Michael Ballhaus (Kameramann)
Pina Bausch (Tanztheaterregisseurin)
F. W. Bernstein (Cartoonist, Lyriker)
Joseph Beuys (Bildhauer, Aktionskünstler)
Wolf Biermann (Liedermacher)
Heinrich Böll (Autor)
Luigi Colani (Designer)
Wiglaf Droste (Satiriker)
Alfred Eisenstaedt (Fotograf)
Michael Ende (Kinderbuchautor)
Hans Magnus Enzensberger (Lyriker)
Rainer Werner Fassbinder (Filmemacher)
Günter Grass (Schriftsteller)
Franz Greno (Buchgestalter, Verleger)
Josef Hegenbarth (Illustrator)
Hans Werner Henze (Komponist)
Dieter Hildebrandt (Kabarettist)
Martina Hill (Komikerin, Schauspielerin)
Janosch (Illustrator, Kinderbuchautor, Schriftsteller)
Horst Janssen (Zeichner, Grafiker, Plakatkünstler)
Hildegard Knef (Chansonsängerin, Schauspielerin)
Erika Köth (Sopranistin)
Karl Lagerfeld (Modeschöpfer)
Peter Latz (Gartenarchitekt)
Patrick Lehnen (Zauberer)
Nikolaus Lehnhoff (Opernregisseur)
Udo Lindenberg (Texter, Sänger, Popkultur-Legende)
Albert Mangelsdorff (Jazzposaunist)
Wolfgang Menge (Drehbuchautor, Regisseur)
Bernhard Minetti (Schauspieler)
Wilfried Minks (Bühnenbildner, Regisseur)
Heiner Müller (Theaterautor)
Frei Otto (Baumeister)
Mirjam Pressler (Übersetzerin, Kinder- und Jugendbuchautorin)
Rio Reiser (Texter, Sänger)
Gerhard Richter (Maler)
Christoph Schlingensief (Theaterregisseur)
Helge Schneider (Clown, Komiker, Jazzmusiker)
Hans Schnier (Clown) (´´Ich bin ein Clown und sammle Augenblicke´´.)
Georg Schramm (Kabarettist)
Ralf Schweiger (Parfumeur)
Gerhard Seyfried (Comiczeichner)
Klaus Teuber (Spieleautor)
Katharina Thalbach (Schauspielerin)
Christian Thielemann (Dirigent)
Eckart Witzigmann (Koch)
Fritz Wunderlich (Tenor)

viel spass
lg
sim

 

 

 

 

(Simplicius Simplicissimus)

26
Feb

Geburtstagsliste

   Von: Calisto in Bürger hautnah

Eine Geburtstagsliste wurde gewünscht, jeder der daran teilhaben möchte, schickt dem Boten einfach sein simkeanisches Geburtstagsdatum und wir vervollständigen die Liste.

Es geht um die simkeanischen Geburttage, also wann seit ihr hier geboren. Nicht um die realen.

Januar:

 

Februar:

Fiona 24.02
Nyarla Thotep 28.02

 

März:

Amara 07.03
Mecon 12.03
Freya 13.03
Samuela 14.03
Borbeth 19.03
Georgina 24.03
Grandlady 24.03

Knorke Starkbier 24.03
Riondo 25.03

 

Dezember:

Ninawe 21.12
Chalek 27.12
Kätchen 30.12

Leicht lächelnd stand Auwedergraue am Marktplatz. Neben sich Klamdor und ein paar andere Simkeaner.
„Gestern begann Klamdor die Feuertaufe und akzeptierte die drei Aufgaben“, beginnt Auwedergraue seine kleine Rede.
„Ähm … verkündest du das heute Abend nochmal? Da sind mehr Leute hier“, meint Klamdor und zeigt auf die wenigen Marktplatzbesucher.
„Jedoch gibt es nun eine Änderung“, erzählt Auwedergraue weiter und ignoriert Klamdors Einwand.
„Die dritte Aufgabe wird geändert. Bisher war die Aufgabenstellung so, das er einen blauen Tschäät beseitigen musste. Nun wurde der blaue Tschäät mit einem grünen Tschäät ausgetauscht“, sagt Auwedergraue.
„Der Grund hierfür ist einfach. Für Klamdor wird es noch lange unmöglich sein, einen blauen Tschäät zu verletzen, geschweige denn, den zu erledigen. Somit ist die Aufgabe für ihn nicht lösbar und würde unweigerlich zu seinem Tode führen. So hart die Aufgaben einer Feuertaufe auch sind, sie müssen lösbar sein. Einen grünen Tschäät zu beseitigen wird für Klamdor auch schon schwer genug werden und der Prüfung Genüge sein. So sei es beschlossen und verkündet. Zu Ehren Angrosch“, erklärt Auwedergraue die Aufgabenänderung. Klamdor guckt sich währenddessen die Gesichter der umstehenden Marktbesucher an.
„Was ist nun die schlechte Nachricht?“, fragt er und wendet sich an Auwedergraue.
„Die schlechte Nachricht war, das deine Aufgabe verändert wurde“, grinst Auwedergraue.
„Blaue Tschääts sind doof“, sagt Karana und reibt sich ein paar wunde Stellen.
„Gortoscha mortomosch!“, beendet Klamdor die Aufgabenänderung.

(Alexa Viator)