Archiv für Sparte ‘Geschichten, Gedichte und Musikalisches’

Auf Wunsch mancher Mitbewohner von Simkea eröffne ich eine neue Rubrik im Boten: Rogolan für jedermann.
Hier versuche ich, die Sprache etwas verständlich zu machen.

Heute beginnen wir mit einigen Endungen. Diese sind sehr wichtig, aber auch relativ einfach gehalten. Meist haben die Endungen auch mehrere Bedeutungen, so dass der Wortstamm viele Kreationen aufweisen kann. Wortstämme bestehen immer aus Konsonanten und werden mit Hilfe von Vokalen und eben dieser Endungen auf verschiedene Worte erweitert. Dazu aber später mehr.

Heute beschäftigen wir uns mit den weiblichen und männlichen Endsilben sowie deren Mehrzahl.

Ich stelle euch am Ende eine kleine Aufgabe. Bei richtiger Lösung winken 5 Lammkoteletts. Bei mehreren richtigen Einsendungen entscheidet das Los.

Nun zu den heutigen Endsilben:

-na = weiblich
-ax = Mehrzahl (weiblich)
-o = männlich/geschlechtsneutral
-im = Mehrzahl (männlich oder neutral)

Nehmen wir nun das Wort „Zwerg“ im Rogolan – Angroscho
(Nicht zu verwechseln mit Angrosch, dies ist der Gottvater der Zwerge)

Wir verwenden nun die Endung -na dann wird daraus Angrosch_na – Zwergin
-ax dann wird daraus Angrosch_ax – Zwerginnen

Jetzt das männliche Gegenstück -o dann wird daraus Angrosch_o – Zwerg
-im dann wird daraus Angrosch_im – Zwerge

Ihr seht: 1 Wortstamm – 4 verschiedene Endungen – 4 verschiedene Bedeutungen

Jetzt nehmen wir den Wortstamm für Familie G – R – SCH
Durch Hinzufügen von Vokalen entstehen nun die verschiedenen Variationen:
G a R a SCH – Eltern
G R o SCH – Kinder
G a R o SCH – Geschwister

Eure heutige Aufgabe besteht nun darin, mir die Wörter für: Vater, Mutter, Väter, Mütter, Sohn, Söhne, Tochter, Töchter und Bruder und Schwester zuzusenden.

Ich wünsche Euch viel Spaß, und wenn erwünscht, erfolgt im nächsten Boten Teil 2.
Bitte sendet mir auch eure Reaktionen und Verbesserungsvorschläge zu.

Euer Klamdor

(Klamdor)

Drake hatte Hunger und bat um ein Brötchen. Da wir gerade bei den Kühen waren, setzte er sich auf die Weide und wollte sein Brötchen essen. Da wurde aber nichts draus. „Mami! Die Muhkuh hat mir das Brötchen geklaut.“ Ich kraulte ihn. „Die wollte sicher nur mal probieren, was du da isst. Eigentlich ist Brot nichts für Kühe. Hier hast du ein neues.“ Er nahm es, bedankte sich, streckte der Kuh die Zunge raus und blieb diesmal außerhalb des Weidezauns.

(Lady Sharina)

Als Xandresch heldenhaft bei der Schlacht in Svelltland nahe der Stadt Tiefhusen gegen den Orkensturm fiel, versammelten sich seine menschlichen Gefährten.

„Möge Golgari (der Seelenrabe Borons) seine Seele sicher geleiten.“

Unerwartet laut hallte die Stimme wider, zurückgeworfen von Wänden und Decke der natürlichen Höhle, in der die drei Gefährten sich versammelt hatten. Branwyn hielt inne, verunsichert vom ungewohnten Klang seiner Worte. Leiser fuhr er fort: „Möge Boron seiner Seele gnädig sein. Xandresch, Sohn des Xolgrim, schied gewaltsam aus unserer Welt und wir, die wir zurückgebliebenen sind, vermögen nicht zu sagen, nach welchen Göttern sein Herz sich sehnt und wo seine Seele Einlass begehrt. Er war ein tapferer Kämpfer und verstand sich vorzüglich auf die Schmiedekunst. Doch wenig erfuhren wir über seine Herkunft und seine Vergangenheit, über die Gründe, warum er seine Heimat und Familie verlassen hatte.“

Branwyn verstummte. Ein wenig betreten, unsicher. Sein Blick verharrte auf dem Antlitz des Zwerges, den sie auf einem Bett aus notdürftig behauenen Scheiten und trockenen Zweigen aufgebahrt hatten. Starr wie Stein wirkten seine Züge; im Schlaf hatte er oft so ausgesehen. Aber auch grau und brüchig wie alter Fels war nun seine Haut. In den auf der Brust gefalteten Händen ruhte seine doppelblättrige Axt, die er mit eigenen Händen gefertigt hatte, und verdeckte nur leidlich die schwere Wunde in seiner Seite. Ohne jede Verzierung war die Waffe, und keinen Namen hatte sie je getragen; Branwyn kam der Gedanke, dass die Axt ihre bewegte Geschichte ebenso verbarg, wie Xandresch selbst immer über seine Vergangenheit geschwiegen hatte.

„Wenig wissen wir über die Nöte und Wünsche“, fuhr er nachdenklich fort. „Ein Fremder war er in unserer Welt und wie mag es ihm ergangen sein, fern von den Seinen? Wonach mag sein Herz sich gesehnt haben, in den einsamen Stunden der nächtlichen Wacht, wenn wir an unsere Familien und Freunde in der Heimat dachten? Ob er vielleicht auch irgendwo eine Liebste hatte? Ob er jemals daran gedacht hat, zurückzukehren in die Höhlen seines Volkes, um irgendwann seinen Kindern und Enkelkindern abends am Herdfeuer die Geschichten seiner Abenteuerfahrten zu erzählen? Warum nur, Xandresch, hast du über all diese Dinge stets geschwiegen? Waren wir dir nicht gute Gefährten und …. Freunde?“ Und leiser: „Warst du vielleicht auch in unserer Runde einsam? Wir wissen nicht einmal zu sagen, welchen Weg deine Seele nun erstrebt, wo das Leben aus deinem Körper gewichen ist.“

Erneut hielt Branwyn inne, suchte nach den richtigen Worten – und fand sie endlich.

„Möge … Angrosch .…“ ein Stocken; dann setzte er mit fester Stimme neu an: „Möge Angrosch dich in seinen Hallen willkommen heißen. Mögest du an seiner Esse schmieden und deine Kräfte mit den großen Kämpfern deines Volkes messen. Mögest du dich an Angroschs Schätzen erfreuen und in seinen prächtig erbauten Hallen wandeln.“

Neraida, die bisher geschwiegen hatte, nahm die Worte auf und fuhr fort: „Mögest du in Angroschs Hallen willkommen geheißen werden als verlorenes und wiedergefundenes Kind seiner Kinder. Mögest du Frieden finden unter deinesgleichen, an den Schmiedefeuern, die du auf dieser Welt verlassen hast und in den Bingen, die du nicht mehr bewohnen konntest. Möge Angrosch dich in Ehren aufnehmen, denn du warst uns ein guter Gefährte, dein starker Arm ist niemals gewichen vor dem Feind, deine Klinge hat sich niemals verweigert, dein Mut dich niemals verlassen, wenn Freunde in Gefahr waren.“

Und Alwinje ergänzte: „Du hast uns zum Lachen gebracht, wenn wir uns in Trübsal ergaben. Du hast uns dazu gebracht, den nächsten Schritt zu gehen, wenn wir glaubten, mit den Kräften am Ende zu sein. Deine Kochkünste waren legendär, wenn auch…“ – sie lächelte – „gewöhnungsbedürftig. Den Fehler, deine Einladung zum gemeinsamen Zechen anzunehmen, machte man nur einmal.“

Schließlich zitterte ihre Stimme, als sie hinzufügte: „Lebe wohl, Freund.“

Als dieses letzte Wort verhallt war, senkte Alwinje die Fackel, die sie in der Hand trug, und setzte das Holz in Brand. Hell loderten die Flammen an den trockenen Zweigen empor, und bald schloss das Feuer den toten Körper von Xandresch, Sohn des Xolgrim, ein. Die Gefährten standen schweigend, bis die Flammen die steinerne Maske seines Gesichtes erreicht hatten.

(Klamdor)

1
Mai

Zwergengesang

   Von: Lady Sharina in Geschichten, Gedichte und Musikalisches

Liebe Leser, ein Lied von Klamdor:

Pub ohne Bier

Oh einsam seid Ihr, weit weg von zu Haus‘
Die Nacht bricht herein, das Feuer geht aus.
Doch nichts ist so schlimm, oh das sag ich dir
Als ein Pub bei den Elfen, ein Pub ohne Bier.

Sie wohnen in Bäumen, sie haben spitze Ohren
Doch willst du was trinken, so bist du verloren
Sie essen Baumrinde, sie töten kein Tier
Doch das schlimmste bei ihnen ist ein Pub ohne Bier.

Der Pilger tritt ein, seine Kehle ganz trocken
Sein Herz würd versagen, würd‘ man ihn nun schocken.
Er geht zu dem Gastwirt will bestellen gleich vier
Doch der Nachtelf sagt traurig: Der Pub hat kein Bier

Da ist ein Guhl auf der Veranda, auf seinen Meister wartet er
Doch der Ritter ist drinn, trinkt Wein mehr und mehr
Oh der Guhl wird verprügelt, er wird Opfer der Gier
Der Guhl hats nicht leicht, bei einem Pub ohne Bier

Oh Arthas der Lichkönig, das erste Mal in seinem Leben
Ging er nüchtern zum Frosttrohn, ohne einen zu Heben
Kel’Thuzad war verwundert:“ Warum bist du schon hier?“
Arthas brach traurig zusammen:“ Der Pub hatte kein Bier“

Oh einsam seid Ihr, weit weg von zu Haus
Die Nacht bricht herein, das Feuer geht aus.
Doch nichts ist so schlimm, oh das sag ich dir
Als ein Pub bei den Elfen, ein Pub ohne Bier.

(Lady Sharina)

Ich träumte am Lager vor mich hin, da kam Drake angeflogen. Er setzte sich auf meine Schulter:
„Mami!“
„Ja, Drake?“
Drake flog auf und setzte sich auf meine andere Schulter.
„Mamili!“
Ich antwortete nun nicht mehr sondern wartete ab, was das wird. Der Kleine flog nun Blue auf den Kopf.
„Mamichen!“
Dann auf seine Schulter.
„Mamiline!“
Und die andere Schulter.
„Mamilein!“
Blue grinste nur.

Drake war nun auf dem Lagerdach.
„Mamileinchen!“
Und runter auf die Lagertür.
„Mamika!“
Und nun auf seinem Schild.
„Mamchen!“
Er überlegte kurz und meinte dann, er wäre fertig.
„Aha, hast du toll gemacht.“

Dafür bekam er dann auch ein Brötchen.

(Lady Sharina)

»Leben ist nicht genug«, sagte der Schmetterling,
»Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muss man auch haben.«

Hans Christian Andersen

(Amalthea)

„Wir sind uns gewiss, daß sie nit zu sprechen vermögen, tun sich doch ihre Mündern nit öffenen, allein ihre metallen Bärten zittern und wackelen, alldiweyl ein Rumpeln unt dumpes Gebrummeln ertönet, zudem ein Poltern und seltsam Geknirschen, so daß es scheynet altz wie ein Geröllen von Steynen und Kieszeln unt ein Fauchen von Kohlefeuern. Unt alsz sie sich entlich berieten, stunden sie sich hin im Kreysen unt brummten und knurrten sich an, die klumpatschen Händchen hinterm Rücken unt wippeten auf ihren groben Stiefeln vor unt zurücken. Dies dauerte gar länglich an unt altz wir nach vier Tagen das Lager abbrachen, stunden sie immer noch im Kreysen unt waren gäntzlich verdutzet über unsere Eylichkeyt. Mein Herr, ich tue fürchten, dass mit solch Kindervolk keyn vernünftig Handeln zu finden ist….“

(Bericht einer früheren menschlichen Handelsexpedition)

 

Alle Völker der Zwerge teilen eine gemeinsame Sprache: das Rogolan. Schon seit Jahrtausenden wird es in den unterirdischen Hallen gesprochen, und es hat sich über die Zeit kaum verändert. Zwar sind Worte hinzugekommen oder haben neue Bedeutungen erlangt, in Vergessenheit geraten ist jedoch kaum ein Ausdruck. Dies hat einerseits zur Folge, dass sich auch ein Zwerg aus einem fernen Gebirge problemlos mit einem würdigen Hüter Xorloscher Traditionen nicht nur über alltägliche Dinge, sondern auch über Weltanschauung und Philosophie unterhalten kann. Anderseits besitzt das Rogolan durch seine Beständigkeit einen ins Unerschöpfliche gewachsenen Reichtum an grammatischen Regeln, Ausnahmen und fein nuancierten Vokabeln.

Für nicht-zwergische Ohren klingt das gesprochene Rogolan meist sehr dunkel und holprig, da die Vokale gern verschluckt werden. Dies hat den Grund, dass die zwergische Grammatik und Wortlehre auf bedeutungstragenden Kombinationen von Mitlauten aufbaut, was auch das Studium des Rogolan so schwierig macht. Zum Beispiel haben Worte mit der Konsonanten-Basis R-G-L alle etwas mit Sprache und Sprechen zu tun: der Name Rogolan selbst, ragal (sprechen), argola (Gespräch), rogla (Zunge), rogel (-o/-na) (der/die Gesprächige). Durch zusätzliche Silben, die vor-, zwischen- oder nachgestellt werden, entstehen viele weitere Varianten.

Dabei sorgen zwar die Vokale für die entscheidenden Unterschiede, für Zwerge ergibt sich aber die korrekte Wortbedeutung meist aus dem Kontext, und sie sind in der Lage, auf feinste Klangnuancen zu hören, so dass sie die Hilfe der Vokalisierung nicht unbedingt brauchen. Unbedarfte Zuhörer kann schnell gesprochenes Rogolan aber zweifellos verwirren. Zudem wird meistens nur die vorletzte Silbe eines Satzes betont, wodurch der monotone Klang noch verstärkt wird.

Das Runen-Alphabet des Rogolan wird von allen Angroschim verwendet, um sich schriftlich auszutauschen und Wissen für die Nachwelt festzuhalten. Es umfasst 24 Zeichen, wobei die Vokale oft nicht geschrieben werden. Wenn unbedingt Exaktheit und Unmissverständlichkeit vonnöten ist, kann das Schriftbild durch eine große Anzahl von zusätzlichen Punkten, Dächern und Strichen über und unter den Buchstaben ergänzt werden. So werden die Klangfarben, Betonungen und verschiedene zwergische Kehl-, Reibe-, Roll- und Brummlaute genau festgelegt, um den Feinheiten des gesprochenen Rogolan Rechnung zu tragen.

Allen Zeichen ist gemein, dass sie ursprünglich weder Bögen oder Schleifen noch waagerechte Striche aufweisen und dadurch dem Gebrauch auf steinernen Wänden und Täfeln angepasst sind.
Denn gebogene Linien sind schwer zu meißeln, während waagerechte Linien leicht mit der Maserung des Hintergrundes zu verwechseln sind.

(Klamdor)

Die kulinarischen Vorlieben der Angroschim wirken mitunter auf Menschen etwas befremdlich. Recht normal scheinen noch die beliebten Fleisch-Pilz-Pfannen. Neben Kohl- und Biersuppe, verschiedenen Braten und Eintöpfen verstehen sich die Zwerge auch noch auf das Zubereiten diverser Fischgerichte. Als Beilagen gibt es meist Gemüse und wiederum Pilze. Als Nachspeisen werden bevorzugt Torten, Quarkspeisen, Honigkuchen oder Waffeln gereicht. Generell ist den Zwergen eine Affinität zu Wurzelgemüse eigen ( Zwiebeln, Sellerie, Rettich, Rüben und anderes). Ein gewisses Misstrauen haben sie gegenüber Obst und Nüssen, die so weit von Mutter Erde entfernt in der Luft reifen.

Für Menschen wenig verträglich sind dagegen einige der stark mineralienhaltigen Würzpilze der Zwerge, wie Schwefelschwamm, Nickeling und Quecksilberkruste.

Fleisch kommt oft vom Bären, Wild, Gebirgsböcken oder den Schweinen und Ziegen, die die Zwerge halten. Höhlenspinnen (nach der sorgfältigen Entfernung ihrer Giftdrüsen durch einen erfahrenen Koch) gelten mitunter als Delikatesse; ihr Genuss beinhaltet zudem auch immer einen gewissen Nervenkitzel.

Interessant sind auch die Würzgewohnheiten der Zwerge, haben die Angroschim doch einen guten Sinn für mineralische Beigaben. So vermag ein zwergischer Koch mit einem guten Dutzend unterschiedlicher Salze umzugehen, die ein Mensch geschmacklich kaum unterscheiden könnte. Bevorzugt wird also salzig und scharf gekocht – dies auch, um die zusätzliche Aufnahme größerer Mengen Bieres zu fördern.

Gerne wird auch Knoblauch und Bärlauch verwendet. Ob dies jedoch damit in Zusammenhang steht, dass Elfen den Geruch dieser Gemüsesorten kaum ertragen können, ist nicht erwiesen. Da aber fast alle Speisen zudem sehr heiß genossen werden, fällt die Schärfe pflanzlicher Gewürze kaum auf. Zwergenköche gehen also mit solchen Würzmitteln stets sehr großzügig um – ein Umstand, der schon so manchen menschlichen Gast unvorbereitet getroffen hat.

Außer dem allseits beliebten Bier kennen die Angroschim natürlich auch noch andere Getränke. Neben diversen Schnäpsen sei hier noch der Wein erwähnt, der allerdings sehr nachhaltige Wirkungen zeigt.

(Klamdor)