Archiv Mai, 2026

27
Mai

Der Sommer ist im Anmarsch

   Von: Alexa Viator in Schlagzeilen

Liebe Simkeaner,

seit Februar kam kein neuer Bote. Das tut mir leid. Der Nachschub ist leider nicht sehr groß. Auch ich komme nicht zum schreiben. Hänge an einem Artikel, bei dem ich einfach nicht weiterkomme … aber egal. Hier gibt es die neue Ausgabe. Viel Spaß beim Lesen.

 

Eure Alexa

27
Mai

Das morgendliche Sonntagsbad

   Von: Alexa Viator in Bürger hautnah

Eines Nachts, die Geisterstunde ist schon lange vorbei, hört man es in ganz Trent plantschen. Erst einmal fragt man sich, woher kommt das Plantschen? Am Brunnen? Nein, der ist verweist. Im Clubhaus? Nein, auch dort nicht. Dann kommen nur die ganzen gefüllten Badewannen und Zuber im Wohnviertel in Frage. Nähert man sich dem Wohnviertel, hört man neben dem Plantschen eine Stimme, die am Singen ist.
„Baden geh´n zu Mitternacht, der Wasserdrache gerne macht“, sagt Erian.
„In meinem Zuber geht das Wasser nie uber“, hört man den Wasserdrachen singen.
„Weil der schon von alleine leckt, auch wenn kein Drache drin steckt?“, fragt Erian neckend.
„Das ist dann fauler Zuber!“, ruft Morty und weiterhin hört man Louhi singen: „Mein Zuber der ist dicht, weil ich ihn selbst gericht‘.“
„Ob der Drache sonst auch ganz dicht?“, grinst Morty.
„Im Gegensatz zu einem Drachen, der auch darüber kann laut lachen“, sagt Erian und grinst zu Morty.
Und auch Louhi hört man laut schallend lachen und man kann ahnen, dass dabei das Wasser am Überschwallen ist.
„Nun ist der doch übergelaufen und Louhi muss Wasser nachkaufen“, sagt Erian und man hört Louhi laut sagen: „Ich habe Wasser schon genug, es reicht selbst für einen Schluck.“
„Und jeder denkt, wir wären plämpläm beim Zuber Poetry-Slam“, sagt Erian.
„Das wäre nicht ungewöhnlich, höchstens ist es zu persönlich“, sagt Louhi.
„Mach den Zuber nicht so voll, wenn das Wasser reichen soll“, sagt Morty.
„Wasser reicht mir bis zur Brust, das gibt dem Baden höchste Lust“, sagt Louhi.
„Der Rest jagt ja auch aus dem Zuber, drum wird der Drache unten sauber“, ruft Erian, „und säubert sich der Drachenspeck, wenn oben ist noch immer Dreck.“
„Die Füße müssen sauber sein, dann kommt man in die Stiefel rein. Wenn unten sauber, taucht er unter, dann wird er oben auch viel bunter“, sagt Louhi.
„Der macht gar lustig Sachen, vom Stamm der Schwarzfuss-Drachen“, sagt Morty und Louhi ruft, er habe keinen schwarzen Fuß, denn das macht ihn viel Verdruss.
„Der Drachenfuss hat ein Aroma, da fällt der Simkeaner ins Koma.“, sagt Morty.
Und wer glaubt das denn? Denn Louhi hält das für ein Gerücht.
„Der Kater muss ins Bettchen geh´n, drum sagt er leis auf Wiederseh´n“, verabschiedet sich Morty ins Bettchen.

 

(Alexa Viator)

27
Mai

Der Zoo von Sarafine

   Von: Alexa Viator in Bürger hautnah, Simkearundgang

Samstag Abend ruft es laut. Sarafine verlost für ihren Zoo Eintrittskarten. Nach kurzen Überlegungen sage ich Ja und bekomme sofort eine Führung. An ihrem Haus erwartet sie mich schon mit voller Freude.
„Die Idee des Zoos ist schon sehr alt“, sagt sie aufgeregt, „ich wollte ja immer Tiere im Hausgarten, doch leider hat man mir das nicht erlaubt. Und in den letzten Jahren habe ich ein paar Erkundigungen eingezogen und in den letzten Wochen ist es dann konkret geworden.“
Immer noch aufgeregt, sagt sie: „Wenn wir jetzt gleich in mein Rosencottage gehen, dann wirst du neben dem Zoo auch ein Schwimmbad mit Sauna finden.“
„Bereit?“, fragt sie mich.
„Das Füttern der Tiere ist verboten. Auch das Herausnehmen aus den Gehegen“, sagt sie.
„Du darfst es gerne streicheln und bewundern“, lächelt sie mich an.

Sarafine öffnet die Haustür und sagt: „Bleib bitte stehen, wenn wir jetzt gleich reingehen.“
„Vorsicht, gleich kommt eine Stolperfalle“, warnt sie mich und geht ein Stück weiter. Und wie es so ist, überhört man die eigene Warnung und Sarafine stolpert fast über ihre Truhen. Dabei klappt von einer der beiden Truhen der Deckel auf und eine kleine Stupsnase kommt hervor.
„Wen haben wir denn da?“, fragt Sarafine und streichelt dem kleinen Wesen über den Kopf. Anschließend schaut sie zu mir und entdeckt meinen kleinen Freund. Flo, der Floh.
„Also, den wollen wir hier aber nicht“, sagt sie und zeigt auf Flo.
„Der Floh bleibt ganz brav bei mir“, erkläre ich und schiebe Flo tiefer in die Tasche.
„Das ist gut“, lächelt Sarafine und hat meinen Flo genehmigt.
„Können wir weitergehen?“, fragt sie mich und ich bejahe.
„So, um in den Zoo zu gehen, gehen wir gerade aus weiter. Links ist nur der Garten“, sagt sie und führt mich den Gang weiter.
„Wir treffen uns dann bei Pinky“, sagt sie und läuft weiter. Ich folge ihr langsamer und schon ruft Sarafine: „Hast du dich verlaufen?“
Und im selben Moment der Frage komme ich bei Pinky an.
„So, Pinky ist für den Eintritt verantwortlich“, sagt sie und zeigt auf das pinke Sparschwein. Ich werfe ein paar Heller hinein und lausche ihren Erklärungen: „Also rechts ist das Schwimmbad und wenn wir jetzt geradeaus gehen, dann kommen wir in das Zoo-Cafe.“
„Und jetzt sind wir eigentlich auch schon im Zoo. Schau dich gerne um“, lächelt sie mich an. Während ich mich umschaue, erklärt Sarafine weiter: „Seit kurzem gibt es auch eine Aufzuchtstation und Aquarien.“
„Schaut bei den Vögeln vorbei“, sagt sie und fängt das Grummeln an: „Mieze, was machst du denn hier?“

Nun denn, was Euch genau in Sarafines Zoo erwartet, müsst Ihr selbst herausfinden. Sarafines Haus findet ihr auf 4/12.

 

 

(Alexa Viator)

27
Mai

Der Hut im Rucksack

   Von: Alexa Viator in Bürger hautnah

„Si tu dis ca“, hört man Feodora in einer fremden Sprache reden.
„Hab ich aus Versehen etwas komisches gesagt?“, fragt Moonstone etwas verwirrt.
„Nö, war sicher Absicht“, grinst Louhi.
Pierre, du hast nur eine komische Sprache benutzt“, sagt Feodora und wendet sich dann an Louhi: „Louhi, die Schlaglöcher machen Jagd auf mich, sobald ich den Garten verlasse.“
„Das ist schlecht“, sagt Louhi.
„Und tut weh“, ergänzt Feodora.
„Dann solltest du schnell die Aufgabe vom Professor erledigen, das könnte helfen“, gibt Louhi den Tipp weiter.
„Oder bewaffne dich mit Sand und Steine“, schlägt Moonstone vor.
„Oder beides“, grinst Louhi.
„Eigentlich dachte ich, Louhi wäre Pflasterer. Aber ich muss wohl damit leben, dass ich immer in ein Loch falle“, sagt Feodora.
„Bin ich leider nicht. Ich wollte dir bloß deinen Weg absichern“, sagt Louhi lächelnd.
„Das war auch lieb, du konntest ja nicht wissen, dass die Löcher mich verfolgen“, sagt Feodora.
„Das stimmt“, nickt Louhi, „hab ich aber gerne gemacht.“
„Mit Steine hab ich relativ wenig am Hut“, zwinkert Louhi.
„Steine am Hut machen ja auch einen schweren Kopf“, sagt Feodora.
„Da hast du allerdings recht“, nickt Louhi.
„Außer man trägt den Hut im Rucksack, aber dann wird er total zerknautscht“, lacht Louhi.

(Alexa Viator)

 

27
Mai

Marathonläufer Brunnen

   Von: Alexa Viator in Bürger hautnah

„Katzenwäsche bringt nur ein Punkt und dann stinkt man sofort einfach wieder“, sagt Biene Clemmk und man sieht deutlich, wie sich das Bienen-Näschen zusammenzieht.
„Bestimmt ein schmutziger Brunnen“, ergänzt Clemmk.
„Verunreinigt oder so“, sucht Clemmk weiter nach einer Antwort.
„Nein, erst um Mitternacht“, erklärt Louhi.
„Der Brunnen ist ein Laufbrunnen, da kommt immer frisches Wasser aus dem Rohr“, sagt Ravalya.
„Na, hoffentlich ist der Brunnen auch da, wenn ich da bin, um Wasser zu schöpfen. Nicht, dass er davongelaufen ist“, hofft Louhi lachend.
„Tzzz Louhi. Du hast kein Vertrauen in unseren großen Master“, schüttelt Ravalya den Kopf und schimpft etwas mit Louhi.
„Marathonläufer Brunnen“, sagt Clemmk.
„Doch. Eben deshalb mache ich mir ja Sorgen. Dass ich das nächste Mal Staub schöpfe statt Wasser“, sagt Louhi mit etwas Besorgnis in seiner Stimme.
„Ich finde es komisch, dass in einem Brunnen immer Wasser ist. Irgendwann muss der leer sein“, sagt Clemmk.
„Es kommt doch immer Wasser nach“, erklärt Louhi.
„Meist ist ein Dach darüber“, sagt Clemmk.
„Ja, damit nicht so viel Dreck und Insekten drin landen“, sagt Louhi.
„Und das Wasser ist Grundwasser im Brunnen, kein Regenwasser“, fügt Ninawe als Erklärung hinzu.
„Kommt Grundwasser immer wieder hoch?“, fragt Clemmk weiter und man sieht deutlich die große Neugier in seinen Augen.
„Ja, wenn man zu viel davon getrunken hat, sicher“, sagt Louhi.
„Das können aber nur Drachen, zu viel davon zu trinken“, grinst Theodias, „dann dauert es einen Tag oder so, bis wieder Wasser drinnen ist.“
„Grundwasser steht auf einer gewissen Tiefe und der Brunnen muss bis in diese Tiefe gebohrt werden“, sagt Ninawe.
„Wenn das Grundwasser sinkt, was heute oft der Fall ist, dann trocknet der Brunnen aus“, sagt Ninawe,
„aber der simkeanische Brunnen zum Glück nicht, die halten ewig.“
„Heißt das, dass es irgendwann kein Grundwasser mehr gibt?“, fragt Clemmk.
„Nein, das bedeutet, dass das Grundwasser tiefer gesunken ist, nicht, dass es ganz weg ist“, sagt Louhi, „man könnte mit Ebbe und Flut vergleichen, ist es aber nicht wirklich.“
„Dann muss man Brunnen nachbohren“, sagt Clemmk.
„Grundwasser muss durch Regenfälle aufgefüllt werden, der Regen sickert in den Boden und wenn Wasserundurchlässige Schichten kommen, speichert sich das Regenwasser als Grundwasser“, sagt Ninawe.
„Voll krank“, sagt Clemmk bewundernd.
(Alexa Viator)

Das Echo von Utopia: Der Riss im Schicksal 

geschrieben von Summerrain

Die Nacht über Simkea war ungewöhnlich still, als die Schleier zwischen den Welten dünner wurden. Seit über zwei Zyklen nannte ich diese friedlichen Lande nun mein Heim, doch in der Dunkelheit regte sich etwas Altes, Sehnsüchtiges.

Dann, im tiefsten Schlummer, geschah es. Der Raum schien sich zu falten und eine Gestalt aus purem Licht und Schatten trat aus dem Nichts an mein Lager. Es war eine unserer Gottheiten, deren Stimme nicht das Ohr, sondern direkt die Seele erreichte, wie das Grollen eines heraufziehenden Sturms.

„Summerrain, gib Acht!“ erklang die göttliche Mahnung. „Zwei Jahre wandelst du nun in der Fremde. Das Band nach Utopia, die silberne Schnur deines Ursprungs, wird brüchig. Es fasert aus, gedehnt bis zum Äußersten. Du stehst am Scheideweg der Ewigkeit.“

Die Präsenz beugte sich tiefer und die Luft um mich her begann zu flirren.

„Wähle jetzt. Kehrst du heim zu deinem Blut und deiner Sippe? Oder lässt du das Band zerreißen? Wenn es erst reißt, wird Utopia für dich zu einem Mythos verblassen, den du nie wieder betreten kannst. Deine Familie, deine Wurzeln, sie werden verloren sein im Nebel der Zeit.“

Ein Schauer durchlief mein Traum-Ich, doch die Gottheit war noch nicht fertig.

„Wählst du Simkea, wird sich deine bisher verschwommene Gestalt festigen. Du wirst ein Teil dieser Welt. Doch in deinem Blut wird das Erbe Utopias weiterbrennen: Die Gabe des Weltenwandlers. Du wirst jede Gestalt annehmen können, die dein Geist sich vorstellt. Aber wisse um den Preis: Keine Maske ist von Dauer. Das Trugbild wird verblassen und dich stets in dein wahres, neues Ich zurückzwingen.“

Ich fuhr hoch, das Herz ein rasender Trommelschlag gegen meine Rippen. Kalter Schweiß stand mir auf der Stirn. War es nur ein Hirngespinst? Ich schloss die Augen und versuchte, das Gesicht meiner Mutter vor mein inneres Auge zu rufen. Doch entsetzt stellte ich fest: Die Züge waren unscharf, wie eine Zeichnung, die im Regen liegen gelassen wurde. Die Farben Utopias, einst so leuchtend, wirkten nun wie fahle Erinnerungen an ein fernes Leben. Es war wahr. Die Uhr tickte. Ein heftiger Kampf entbrannte in meiner Brust. Mein Verstand schrie nach der Sicherheit der Heimat, nach dem Bekannten. Doch mein Herz schlug im Rhythmus von Simkea, im Takt der Freundschaften, die ich hier unter dem weiten Himmel geschlossen hatte. Ich atmete tief die kühle Nachtluft ein. Das Flüstern des Windes in den Bäumen klang wie ein Willkommensgruß. In diesem Moment wurde es still in mir. Die Entscheidung war gefallen. „Ich bleibe“, flüsterte ich in die Dunkelheit. Ein kaum wahrnehmbares Reißen ging durch meinen Körper, als würde eine gespannte Saite endgültig nachgeben. Ein warmer Strom schoss durch meine Venen, das Erwachen meiner neuen Gabe. Ich spürte, wie sich meine Züge festigten, wie ich endlich ganz hier ankam.

Morgen werde ich hinausgehen. Ich werde sehen, ob meine Freunde mich noch erkennen, wenn ich mit einem völlig neuen Gesicht vor sie trete und ich würde die Macht in meinem Blut prüfen… wie lange wohl die erste Verwandlung hält, bevor die Maske fällt?

(Summerrain)