Archiv Mai, 2011

30
Mai

Ergüsse des Gedichtwettbewerbs

   Von: Maddie Hayes in Schlagzeilen

Zunächt einmal ein Dank an alle Simkeaner, die in der vergangenen Woche dem Aufruf des Trenter Boten folgten und am Schreibtisch ein mehr oder weniger vogonisches Gedicht hinterließen. Gerade bei letzteren kann die Redaktion durchaus verstehen, warum den einsendenden Bürgern nach der vielen vogonischen Dichtkunst der Sinn nach einer anderen Art stand.

Merovincator gehörte zu den Bürgern, die nach dem unfreiwilligen Lauschen der vogonischen Dichtkunst scheinbar doch lieber ein Gedicht in bekannterer Form hinterließen:

´´Ode an Jene, der mein Herz gehört
von Merovincator

Es ist mein Herz, das zu dir spricht,
vor Freude, wenn du bei mir bist;

Vor Schmerz, wenn ich von dir geh
und dich lange Zeit nicht wieder seh´.

Doch ist´s der Verstand, ganz leis´ in mir,
der dann beginnt zu erzählen von dir:

Von unsrem engen Band,
deiner Schönheit, deiner Klugheit wegen,
von unsrer Liebe – dem großen Segen!

Beruhigt kann ich so meine Wege einsam gehen
und der Welt geben, was ihr gebührt.
Denn froh weiß meine Seele um ein Wiedersehen,
da stets mein Herz mich zu dir führt.´´

 

Der werte Bowen von Avalon hingegen ließ sich nicht lumpen und hinterließ sogar mehrere Gedichte, hier zunächst zwei unvogonische:

1. Gedicht:

Die Bäume erstrahlen im goldenen Licht.
Ich spüre die Sonne auf meinem Gesicht.
Es ist wohl Herbst, doch mir ist nicht kalt.
Ich stehe im wärmenden Dämmerwald.

2. Gedicht:

Der Baustell´ Freund ist jeder gern
liegt doch der Bautaler nicht fern.
Doch was er bringt in ferner Zeit
Weis nur die heil´ge Obrigkeit.

 

Auch die werte Bürgerin Angora verfasste ein wahrhaft episches Gedicht, wenngleich auch dies wenig vogonisch anmutet:

Das Drachenei
Da liegt es nun, sieht aus wie ein Stein –
das soll ein wahrhaftiges Drachenei sein ?!
Die Weisen und Alten berichteten mir,
dieses Ei sei vom uralten Elomyr,
der einst in längst vergangenen Tagen
in Simkea erschien, um Menschen zu jagen.
Er fand hier die Liebe zu Ayralosar,
doch das Schicksal gönnte sie ihm nur ein Jahr.
Dann starb sie, ihr Stern ging auf am Zenit,
ein Ei war das einzige, was ihm von ihr blieb.
Sein Herz zerbarst vor Kummer und Gram,
das Ei fand man später in seinem versteinerten Arm.
Als man es löste aus Elomyrs Fängen
da fing sein Körper lichterloh an zu brennen.
Dieses Feuer war es, das weckte das Leben,
das Elomyr und Ayralosar dem Ei einst gegeben.
Nun liegt in Simkeas einzigem Turm
das pochende Ei, das noch birgt den Lindwurm.

Da plötzlich ein Beben, ein Pochen, ein Schreien,
das kann nur im Turm Simkeas sein!
Ich laufe hinauf, um zu retten das Ei,
komme stürzend ins Zimmer: Es ist schon entzwei!
Die Schale zerbrochen, geborsten das Rund
und mittendrin sitzt mit gierigem Schlund
ein Drachenbaby, noch ganz winzig und klein,
man sieht`s ihm schon an: Ein Held wird es sein.
Die Augen wie Bernstein, ein Leuchten darin,
es schaut mich kurz an und weiß wer ich bin.
Erst ein Blick, dann ein Wissen, zum Schluss gar Verstehen:
Wir zwei werden gemeinsam in die Zukunft gehen.
Nun erkenne ich auch, was ich erst übersah:
Dieser Drache ist weiblich – und heißt ´´Angora´´.
Kein niedliches Häschen, keine schnurrende Katze,
ein uraltes Wesen mit Schuppen und Tatze,
mit Zähnen und Krallen, die jetzt schon recht scharf,
mit Muskeln und Flügeln, doch scheint sie noch brav
auf ihr erstes Futter von mir zu warten.
So geh` ich zum Obstholen in den Garten,
beim Metzger bestelle ich Fleisch von 4 Kühen,
auch muss ich mich um Fässer mit Wasser bemühen.
Das alles bring ich hinauf in ihr Zimmer,
belohnt werde ich mit dem glücklichen Schimmer
ihrer Augen als sie beginnt zu zermalmen das Essen.
Diesen Anblick werde ich niemals vergessen.

Geschrieben in den Sternstunden Angoras

 

Wenn  auch mit einem Handtuch ausgestattet, musste der werte Herr Jim der Siedler wohl einmal zu viel mit ansehen, wie seine Mitbürger qualvoll das Gesicht ob der vogonischen Dichtkunst verzogen, so dass auch er es vorzog, lieber ein unvogonisches Gedicht zu hinterlassen:

Ein Schreiber setzt ein Schreiben auf
und schickt es mit den Tauben.
Er sieht geschickte Verse drauf.
Lassen wir´s ihn glauben!

 

Kommen wir nun zu den unverkennbar vogonischen Gedichten. Hier macht nun erneut Bowen von Avalon den Anfang:

1. Gedicht:

Protonen! Einlauf am zerknarzten Blatt.
Zum klauben des bunten Kartoffelsacks.
Doch wehe! Strudel im Bein.
Zum Ende durch knorpel satt.

2. Gedicht:

Kreuzglibber im Blutgen Schein,
Schöner aus dem Boden?
Zum Entern! Eilig tropfend.
Weil alles nichts durch dort.

 

Nicht weniger vogonisch kann auch die kleine Georgiana dichten, wie sich an dem folgend zu lesenden Gedicht unschwer erkennen lässt:

Liste mechanischer Schluppendurps,
Oh Erdeule meiner Marguarme,
Hast alle Verwaldungen sandgefurcht.
Ein Oliphant taxiert die Huberwurtz:
Obgleich der hummelprachtige Sangesbaum
Die landgewibberte Zitadelle durchlurcht.

 

Nun liebste Leserschaft ist es an euch, die besten geistigen Ergüsse zu erwählen. Tut dies entweder auf dieser Seite des Trenter Boten oder auch am Schreibtisch in der Redaktion, beides wird seinen Weg finden.

Noch einmal herzlichen Dank an alle Teilnehmer und vielleicht rezitiert ja im nächsten Jahr unser netter Besucher dann eines der hier im Lande erdachten Gedichte.

30
Mai

Wo sind all die Goblins hin…

   Von: Corotica in Schlagzeilen

„…wo sind sie geblieben? Wo sind all die Goblins hin, was ist gescheh’n?“

Was vielleicht nur wenigen aufgefallen ist – die grusligen Gestalten, welche die alte Ruine im Dämmerwald bevölkerten, sind aus ungeklärter Ursache wie vom Erdboden verschluckt. Mit ihnen sind auch die Grünschrecken nicht mehr aufzufinden. Vielerlei Spekulationen wehen durch die lauen Sommerlüfte des Landes:  Sind sie etwa ausgewandert, um sich ein neues Leben aufzubauen? Sind sie Opfer einer großen, schlagkräftigen Horde geworden?  Bis zum Redaktionsschluss war noch nichts weiter klar – jedoch stehen wir in engem Kontakt zum simkeanischen Rat, welcher dem rätselhaften Verschwinden bereits nachgeht. Sofern etwas neues bekannt wird, so seid Ihr die ersten, die davon erfahren.

Eure Corotica

30
Mai

Das Sindar Lektion 4 Teil 2

   Von: Takezu in Schlagzeilen

Ghoneno nín ~ Verzeiht mir

Mae Govannen Mellyn a dhíeno anim – verzeiht meine lange Abwesenheit, doch nun möchte ich meinen Exkurs fortführen.

4.2.2 Nasale Mutation

Neue Schwierigkeiten gibt es bei der Pluralbildung mit dem bestimmten Artikel, da dieser
einen neuen Typ von Mutation auslöst, die nasale Mutation. Diese verändert die Anfangskonsonanten
eines Wortes in charakteristisch anderer Weise als die weiche Mutation. Im
Prinzip wird ein n aus dem vorangegangenen Wort verschluckt und verändert dabei den
Anfang des folgenden Wortes.

Die nasale Mutation ist seltener als die weiche Mutation. Sie wird am häufigsten in drei
bestimmten Fällen ausgelöst: Durch den Pluralartikel in und die Präpositionen an und dan.
Dabei verkürzt sich der Artikel oft zu i, die Präpositionen bleiben aber meist in voller Länge
erhalten.

Die einzelnen Anfangskonsonanten verändern sich folgendermaßen:

p-, t- und c- werden zu ph-, th- und ch-:
pân (Brett) ! i phain (die Bretter)
tawar (Wald)! i thewair (die Wälder)
calad (Licht) ! i chelaid (die Lichter)

b- und d- werden zu m- und n-, aber dr- bleibt unmutiert:
benn (Mann) ! i minn (die Männer)
daw (Finsternis) ! i noe (die Finsternisse)
draug (Wolf)! in droeg (die Wölfe)

g- wird zu ng-, aber nicht in den Kombinationen gl-, gr- und gw-, diese mutieren nicht,
also erscheint hier auch der Artikel ungekürzt.
galadh (Baum) ! i ngelaidh (die Bäume)
grond (Keule)! in grynd (die Keulen)
h- und hw- werden zu ch- und ’w-:
hwest (Brise)! i ’wist (die Brisen)

f-, l-, m-, n-, r-, s- und th- bleiben unverändert,
aber der Artikel verändert sich zu i, oder
im Fall von r- zu idh:
fen (Schwelle) ! i fin (die Schwellen)
lam (Zunge) ! i laim (die Zungen)
mellon (Freund) ! i mellyn (die Freunde)
nath (Gewebe)! i naith (die Gewebe)
rem (Netz) ! idh rim (die Netze)
salph (Suppe) ! i sailph (die Suppen)
thond (Wurzel)! i thynd (die Wurzeln)

lh- und rh- wird zu ’l- bzw. ’r-:
lhug (Drache) ! i ’lyg (die Drachen)

Wortschätze:
Belan devon metho tress chîa? ~ Wie kann ich deine Sorgen beenden?
Tolech revianneth and ~ Du hast eine lange Reise hinter dir
Man mathach? Naro enî tress chîa ~ Wie fühlst du dich? Erzähle mir deine Sorgen
Im maer. Man matach? ~ Es geht mir gut. Wie geht es euch?

cuio annan
lîn Takezu

30
Mai

Schnappschuss113

   Von: Maddie Hayes in Schnappschuss

Wie den meisten Bürgern bekannt, verbrachte die Chefredakteurin in der vergangenen Woche auf Grund einer Wette mit dem ehemaligen Chefredakteur einige Zeit auf dem Meer. Mit dabei die Camera Obscura. Wie genau allerdings der Schnappschuss der Woche seinen Weg auf die Silberplatte fand, wird wohl ein Rätsel bleiben können. Doch kein Rätsel mehr sollte es nun sein, ob Tintenfische tanzen können, oder nicht.

30
Mai

Auge um Auge

   Von: Maddie Hayes in Schlagzeilen

Im Leben bleibt es nicht aus, dass ein Mensch verletzt wird. Auch bleibt es nicht aus, das ein Mensch einen anderen verletzt. Dabei ist es irrelevant, ob die Verletzung psychischer oder physischer Natur ist, der Schmerz kann bei beiden Arten schier unerträglich sein. Während die physischen Wunden des Körpers versorgt werden können, gegen den Schmerz Medizin diesen dämpfen helfen kann, schlagen die Wunden der Psyche tief. Sie sind nicht nach außen sichtbar und doch reißen sie bei manchem im Laufe der Zeit immer mehr auf, statt langsam mit der Zeit zu verheilen.

Bei den Menschen, die es nicht zulassen, teilweise sogar bewusst gegen die Heilung der inneren Wunden arbeiten, vollzieht sich ein sonderbarer und auch erschreckender Prozess. Sie suchen nach dem, der ihnen die inneren Wunden beigebracht hat und setzen, nachdem sie ihn ausgemacht haben, alles daran, ihm den selben Schaden zuzufügen, den auch sie erlitten. Ihr denken wird nach und nach immer mehr erfüllt von Hass, ihre Gedanken kreisen darum, wie sie dem Menschen, den sie für ihr Leid verantwortlich machen, kein Glück zu erlauben, keine ruhige Minute zu lassen.

Nach dem Motto Auge um Auge, Zahn um Zahn, eröffnen sie den Rosenkrieg um alles, was dem anderen Lieb und Teuer sein könnte, immer im Versuch, ihn am Boden zu sehen. Doch vergessen sie dabei etwas Wesentliches.

Wer Hass in die Welt trägt, der wird dass Glück sich selbst versagen zu finden. Denn wer den Wind sät, der wird den Sturm ernten.