Archiv Juli, 2009

27
Jul

Lebenswert

   Von: Feelicitas in Schlagzeilen

 

Wir atmen jeden Tag. Wir essen jeden Tag. Wir trinken jeden Tag. Wir gehen, reden, leben. Doch leben wir wirklich? Was ist das Leben für uns? Für den einen mag es sein, dass er das alltägliche genießt, sich wohl fühlt im immer selben Ablauf, es ihn mit Glück und Zufriedenheit erfüllt, läuft sein Leben in „geregelten“ Bahnen, wenn nichts unvorhergesehenes passiert. Er wiegt sich in der Sicherheit dessen, was er kennt. Dies ist für ihn das Leben in seiner Vollkommenheit.

 Aber manch ein anderer hat genau in diesem Augenblick das Gefühl nicht mehr atmen zu können, von der Eintönigkeit des Alltags erstickt zu werden. Wie ein in einem Käfig gefangenes Tier, seiner Freiheit beraubt, mit unstetem Blick der Enge bewusst, hin und her huschend. Ist das dann das Leben? Oder sind es für diejenigen von uns, die dies nicht als die Erfüllung sehen, die sich in dieser Alltäglichkeit gefangen fühlen, nicht vielmehr die anderen Momente, die uns das Schicksal bereitet, die uns leben lassen, die uns auf eine besondere Weise Gefühl geben, wahrhaft lebendig zu sein? Die Flucht aus dem Gefängnis der Alltäglichkeit  kann wie ein Ausbruch sein, wie ein Schrei nach dem Leben. Wir atmen tief ein, saugen das Gefühl in uns ein, lebendig zu sein, genießen für einen kurzen Moment das Leben in vollen Zügen, ehe der Alltag uns wieder gefangen nimmt. Wer zu diesen Menschen gehört, der wird nur dann glücklich sein können, wenn er es schafft, sich immer aufs Neue daran zu erinnern, lebendig zu sein.

Im Laufe des Lebens werden wir alle irgendwann an dem Punkt angelangen, an dem wir uns fragen. Lebe ich eigentlich noch? Wer dann diese Frage mit einem schmunzelnden Ja beantworten kann, mit einem Ja, denn ich weiß, was das Leben bieten kann, der gehört zu den Glücklichen unter der Sonne, denn er hat erkannt, wie kostbar ein Leben ist und dass es nicht verschwendet werden sollte.

27
Jul

Neuste Meldungen aus dem Rat

   Von: Feelicitas in Neues aus dem Rathaus

 

Neubürger werden seit dieser Woche auf neue Weise in unserem schönen Lande willkommen geheißen. Statt bisher mit vielen Steinen ausgerüstet, die der Bildung von Körper und Fähigkeiten nutzen, werden ihnen diese nun in der ersten 5 „Lebenszyklen“ in kleineren Mengen gegeben. Es ist einem Neusimkeaner auf diese Weise leichter, sich nach und nach in dieser Welt einzuleben, sich mit ihren Gegebenheiten vertraut zu machen, ist sie doch in vielen Dingen so anders als die alte Heimat Noröm.

 

 

 

 

Leckerer Fisch am Stock, auch Stockfisch genannt.

Leckerer Fisch am Stock, auch Stockfisch genannt.

Die kleinen Geschwister des Brotes

Die kleinen Geschwister des Brotes

Auch neu in dieser Woche auf den Markt gekommen sind zwei neue Lebensmittel, welche die Ernährung unserer Bürger vielfältiger und abwechslungsreicher gestalten sollen. Neben den bekannten Suppen aus Fisch- und Hühnchenresten, Fischsteak, Steak, Schnitzeln und Brot können nun auch Fisch am Stock sowie Brötchen genossen werden.

 

Optische Täuschung I

Füttern erlaubt!

Füttern erlaubt!

farold, der junge Holzfäller und Kurier, scheint in dieser Woche in ganz bei sich und seiner Arbeit gewesen zu sein. Angeblich lenkte ihn das plötzliche Auftauchen eines Eichhörnchens, welches seit neustem durch den Dämmerwald hüpft, seinen Blick ab, es wird jedoch gemunkelt, seine Gedanken schweiften eher zu einer gewissen jungen Dame, für die sein Herz seit geraumer Zeit entflammt ist. Auch wenn er sich mit einer optischen Täuschung, einer Möglichen Blendung durch die Sonne herausreden wollte, selbst ein Stadtmensch ist in der Lage sein, einen Apfelbaum von einer alten Eiche zu unterscheiden. Erst recht ein meisterhafter Holzfäller, wie er einer ist. Dennoch, farold schwang die Axt und hatte mit wenigen Schlägen den Baum zu fall gebracht. Erst, als hinter ihm eine Bürgerin fragte, ob er einige Apfelsamen für das hungrige Eichhörnchen erübrigen könnte, stutzte er und besah sich den gefällten Baum näher. Die angebliche Eiche war ein Apfelbaum. Ab und an gilt halt nicht: Ein Baum ist ein Baum, ist ein Baum, ist ein Baum!

 

 

Optische Täuschung II

Sonderbare Szenen spielten sich in dieser Woche auf dem Plateauberg ab. Der allseits geschätzte Bowen wurde auf dem Plateau beim Silberabbau gesichtet. Diese Tatsache an sich ist nicht ungewöhnlich, ungewöhnlich daran ist vielmehr,  dass einige Bürgerinnen und Bürger, die ihn dort oben sahen, Stein und Bein schwören, für einen Augenblick habe es ausgesehen, als entschwinde Bowen hinter einer Gestalt aus purem Silber. Was an diesen Gerüchten stimmen mag, sei dahin gestellt, der betroffene Bürger allerdings meinte nur zu diesen Munkeleien „Humbug“. Gibt es den „Fluch des Silberfelsens“  wirklich, oder unterlagen die Bürger nur einer optischen Täuschung? Der Bote bleibt  dieser Geschichte, wie auch allen anderen Gerüchten und Munkeleien wie immer auf der Spur.

 

 

Optische Täuschung III

Bei dieser Meldung werden sich vielleicht einige der treuen Leserinnen und Leser dieser Rubrik fragen, warum es sich um einen optische Täuschung handeln sollte, geht es in dieser Meldung doch um einen höchst ungewöhnliche Versteigerung, die in der letzten Woche auf dem Markt zu beobachten war. Nicht etwa Wolle, Holz oder ein rares gut wurde zum kauf angeboten. Vielmehr war der junge Holzfäller und Kurier farold Objekt der Versteigerung. Durch hier besser nicht näher ausgeführte Umstände geschah es, dass die werte BiestyBird kurzerhand den jungen Mann beim Kragen packte und ihn zum Verkauf stellte. Nach zögerlichen Anfangsgeboten im Kreuzerbereich, steigerten sich die Gebote bis zu einem Endpreis von sage und schreibe 1 Heller. Liala war die Gewinnerin der Auktion. Doch bei näherer Betrachtung erschien der junge Holzfäller als Träger und Hilfsarbeiter einer so erfahrenen und meisterhaften Schmiedin nicht zu taugen. Kurzerhand entließ sie ihn in Freiheit, was er ihr mit einem Knuddeln dankte. Und so werte Leser wären wir dort angekommen, wo sich der Titel dieses Fragmentes erklärt, denn was, wenn nicht eine optische Täuschung mag die werte Liala veranlasst haben, zunächst farold zu ersteigern, doch dann blitzschnell wieder zu entlassen…?

 

 

27
Jul

Der Panther

   Von: Feelicitas in Schlagzeilen

Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

 

(Rainer Maria Rilke 1875-1926)

27
Jul

Anagram der Zahlenreihen

   Von: Alphia in Rätsel

Von 4 richtigen der 4 Einsendungen wurden  folgende Gewinner ausgewürfelt:

1. Preis: Guinevere, 1 großes Proviantpaket

2. Preis: billa, 1 mittleres Proviantpaket

3. Preis: Mandraga, 1 kleines Proviantpaket

Die Redaktion gratuliert den Gewinnern herzlichst.

Als Arnura unerwartet schnell vom Marktplatz huscht, sieht Biesty, wie ein einzelnes Blatt aus Arnuras wohlgehüteten Rezeptbuch herausflattert. Schnell hebt sie es auf, doch dann muss sie feststellen, dass sie damit gar nichts anfangen kann. Wer kann das wohlgehütete Geheimnis lösen?

anagram-aus-zahlenreihen1

Lösungshilfe:
Zuerst die Zahlenreihen vervollständigen, dann den gesuchten Buchstaben  aus der Buchstabentabelle einsetzen. Die Anzahl der Buchstaben geben die Menge der gesuchten Buchstaben an. Dann noch den Lösungssatz (Anagram) vervollständigen und an:

leser@blog.simkea.de senden.
Sollten mehrere richtige Lösungen eintreffen, entscheidet das Los. Einsendeschluss ist Freitag, 31. Juli 2009
Redaktionsangehörige sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

27
Jul

Almatea

   Von: Feelicitas in Schlagzeilen

 (ein Fortsetzungsroman von DickeFee)

Eleonora sprang zwischen die Maispflanzen, die Blätter wischten über ihr Gesicht, sie keuchte und versuchte sich zu erinnern in welcher Richtung vom Feld das Zirkuszelt liegen musste. Jemand der sie an einen anderen Ort bringen konnte, würde sie doch hoffentlich vor diesen Kreaturen beschützen können. Sie hörte den Goblin hinter sich, er war nur wenige Schritte entfernt. Sie konnte ihn riechen und musste würgen. Ohne inne zu halten sprang sie erneut durch die Reihen der Pflanzen und noch einmal, drehte sich im Lauf und rannte die Reihen hinab, anstatt hinauf wie bisher.
Kurze Zeit später sprang sie wieder durch die Pflanzen, drei zur Seite und dann blieb sie stehen, duckte sich und lauschte. Der Goblin musste ein bis zwei Reihen neben ihr sein, etwa 10 Fuß weit weg von ihr. Sie versuchte seine Beine zu sehen und beugte sich etwas nach vorne. Sie erstarrte! Genau vor ihr stand der Goblin, auch er war stehen geblieben und lauschte. Dann hörte sie wie er schnüffelte und den Kopf schief legte. Er kicherte und sprach dann heiser in einem Singsang: „ Wo bist du, kleine Eleonora? Wo bist du? Wir werden dich eh finden. Wir tun dir auch nichts. Wir bringen dich nur zu unserem Herrn und Meister. Er möchte dich gerne kennen lernen Eleonora.“, seine Stimme klang alt, unsagbar alt und moderig. Sie glaubte ihm kein Wort, duckte sich noch ein Stück und atmete so flach wie nur möglich.
Plötzlich bewegte sich der Goblin sehr schnell, er rannte nach rechts und hechtete in die Reihe in der sie saß, ein Hase hatte sich etwas weiter weg von ihr bewegt und war in ihre Reihe gesprungen. Eleonora hechtete durch die Pflanzen in die Reihe in der der Goblin vorher gestanden hatte und fing wieder an zu laufen.

Erst als das Feld zu Ende war stoppte sie und keuchte. Die Hände auf die gebeugten Knie gelegt holte sie einmal tief Luft. Sie versuchte zu hören, ob der Goblin ihr noch folgte, aber ihr Herzschlag überdeckte alle anderen Geräusche. Unvermittelt brach neben ihr jemand aus dem Feld. Eleonora zuckte zusammen und stellte sich auf um ihr Leben zu verteidigen. Almatea stand neben ihr, sie trug ein langes Schwert von dessen Scheide es grün tropfte. Sie drehte sich leise zu ihr um, noch immer trug sie dieselben Sachen wie gestern. Gestern. War es wirklich erst eine Nacht her das sie Almatea getroffen hatte? Das ihr ganzes Leben sich von Grund auf geändert hatte? Ihre Mutter war tot, Isabell wahrscheinlich auch und alles war nur ihre, Almateas Schuld. Seitdem sie in ihr Leben getreten war, brach es zusammen. Eleonora spürte wie die Tränen über ihr Gesicht liefen, sie hörte sich schluchzen, aber es hörte sich an, als wenn ein anderer sich seinem Seelenschmerz ergab. „Pssscht!“, flüsterte Almatea und legte den Zeigefinger auf ihre Lippen. „Sie haben sehr gute Ohren.“
Eleonora schluckte ihre Tränen runter, schaute zum Feld und flüsterte:“ Was sind sie? Wo kommen sie her? Wer ist ihr Meister?“ Ihr ganzes Gesicht war vor Verzweiflung verzerrt. Sie wollte Antworten. Sofort. Sie wollte in Sicherheit sein, nein, lieber wollte sie aus diesem Albtraum aufwachen, denn dies konnte unmöglich ihr passieren. Sie war doch nur die Tochter armer Bauern. Sie seufzte laut auf. Almatea schaute sie mitleidig an:“ Ich werde dir alles erklären. Wenn Zeit dafür ist.“, sie steckte das Schwert zurück in die Scheide, die neben ihrem Hosenbein hing, bewegte sich auf Eleonora zu und packte sie an den Schultern. „Ich habe gespürt, dass ein Portal geöffnet wurde. Wie viele Goblins waren es? Einen habe ich getötet, aber ich muss wissen wie viele es noch sind.“ Eleonora schaute Almatea groß in die Augen. Getötet? „Es waren zwei. Also, ich habe zwei gesehen. Ob mehr dort waren weiß ich nicht. Sie haben Isabell, meine Freundin.“, wieder stiegen ihr Tränen in die Augen.
Almatea seufzte laut auf: „Gut, nur einer ist übrig. Wir sollten schnell verschwinden. Für Isabell können wir momentan nichts tun. Es gibt eh nur die zwei Möglichkeiten das sie sie mitnehmen oder töten, aber ich würde mein Schwert darauf verwetten das Darkman sie als Pfand behält.“
Eleonora schaute sie verwirrt an. Pfand? Darkman? Sie schüttelte den Kopf.
Almatea fasste ihren Mantelsaum und warf ihn über Eleonora. Wo sie eben noch gestanden hatten war das Gras nun leer.

27
Jul

Der Kürschner

   Von: Lady Sharina in Berufs - Bilder

Geneigte Leser,

in der heutigen Ausgabe werde ich Euch den Beruf des Kürschners etwas näher bringen. Erste Assoziationen sind wohl häufig der unangenehme Geruch und der auch nicht gerade saubere Vorgang des Kürschnerns, doch wie bei jeder Tätigkeit steckt auch hier sicher etwas mehr dahinter.
Wie stets zog ich mich erst einmal in die Hallen des Wissens zurück, deren Kühle ich bei dem derzeitigen Wetter sehr zu schätzen wusste.
An altbekannter Stelle fand ich das Buch der Berufe, zog es aus dem Regal und ließ mich an einem Lesepult nieder.
Sogleich fand ich auch den Arbeitsort des Kürschners heraus, den Gerbrahmen, welcher bei der Weberei zu finden sei. Zur Verarbeitung dienen diesem Felle jeglicher Art, aus welchen er feines Leder und noch andere Dinge herstellen kann.
Zufrieden klappte ich das Buch wieder zu, mit diesen Informationen konnte die Suche nach Ausübenden dieses Berufes beginnen.

Zunächst begab ich mich zur Weberei, um dort einmal das Arbeitsgerät genauer in Augenschein zu nehmen. Beim Gerbrahmen handelt es sich um einen stabilen Rahmen aus starkem Eibenholz, dessen Rand mit Bohrungen versehen ist. Sicher kann man dort gut Felle spannen, um sie einigermaßen komfortabel bearbeiten zu können. Ein leichtes Naserümpfen konnte ich mir aber nicht verkneifen, schwer zu leugnen, dass hier verschiedenste Reste von den Häuten diverser Tiere getrennt werden.
Um diese Eindrücke reicher lenkte ich meine Schritte gen Marktplatz.
Dort angekommen stellte ich mich auf eine kleine Kiste und startete ein Gesuch nach einem Kürschner, woraufhin sich auch direkt Sally meldete.
Erfreut lief ich zu ihr. „Oh, wie fein. Sagt, werte Sally, hättet Ihr ein eventuell einen Moment Zeit für ein paar Fragen?“
Sie räusperte sich. „Ja, sicher!“
Ich zog uns eine kleine Kiste heran, auf welcher wir uns niederlassen konnten.
„Sehr gut, kommen wir gleich zur ersten Frage.“ Aufmunternd lächelt ich sie an. „Sicherlich haben die meisten eher negative Assoziationen mit dem Kürschnern, der Geruch, die Fleischreste… wie empfindet ihr dies?“
Sie erwiderte mein Lächeln. „Ja, am Anfang, so muss ich zugeben, war es nicht so leicht. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich auch immer eine kleine Klammer dabei für die Nase. Aber mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt und dieser Geruch gehört für mich inzwischen dazu.“
Interessiert lehnte ich mich vor. „Was braucht man denn noch, außer einem starken Magen, um ein erfolgreicher Kürschner werden zu können?“
„Erst einmal natürlich ein Fell, aber da ich meine Tiere selbst jage und zerlege ist die Beschaffung dieser für mich kein Problem. Dann benötigt man noch Salz, ein Messer, eine Bürste für Wolfsfelle und ganz viel Geduld. Denn besonders am Anfang geht doch ziemlich viel schief und ich habe damals viele Felle und auch viel Salz verloren.“
Eifrig notierte ich. „Das ist ja schon einmal einiges… sind diese Dinge schwer zu beschaffen? Und vor allem – sind sie auch für Neulinge in unserer Welt erschwinglich?“
Sally grübelte kurz. „Salz kann man sehr gut besorgen und auch die Felle kann man hier am Markt für ein paar Heller erstehen. Allerdings ist das Gerben doch sehr ausdauerintensiv. Und mit wenig Erfahrung hat man leider auch sehr viele Misserfolge.“ Sie hielt kurz inne, dann fügte sie etwas leiser hinzu. „Wie oft war ich selbst kurz davor, diesen Beruf aufzugeben…“
Ich hakte nach. „Aber dennoch etwas, was auch ein Anfänger mit Geduld bewältigen kann? Welche körperlichen Voraussetzungen sollte man denn erfüllen?“
Wieder lächelte sie mich an. „Genau Liala… ganz ganz viel Geduld. Sicherlich kann es auch ein Anfänger bewältigen, ich habs ja auch geschafft.“ Bei diesen Worten schmunzelte sie leicht. „Vorraussetzungen für eine erfolgreiche Laufbahn als Kürschner sind zum einen geschickte Finger, ein wacher Verstand und auch ein wenig Mut.“
Knicksend erhob ich mich. „Dann habt vielen Dank, werte Sally, für den Einblick, den Ihr unseren Lesern gewährt habt.“
„Gern geschehen, werte Liala.“
Mit diesen Worten trennten wir uns.

Eifrig trug ich schon einmal alles zusammen, was ich bisher erfahren hatte. Ein paar kleine Lücken sah ich noch, weswegen ich mich auf die Suche nach einem weiteren Kürschner machte.
Erneut wurde ich fündig, jedoch erst nach einiger Zeit, als ich mich schließlich wieder doch gen Weberei gewandt hatte: wie gerufen stand dort Mahar, gerade in ihre Arbeit am Gerbrahmen vertieft. Natürlich sprach ich sie sogleich an und begann, nachdem sie eingewilligt hatte, mit meinen Fragen.
„Werte Mahar, für viele mag das Kürschnerhandwerk nicht unbedingt das sein, was man sich unter einem Traumberuf vorstellt – wie kommt es, dass Ihr Euch dafür entschieden habt?“
„Also zu Beginn habe ich mich, wie fast jeder, aufs Sammeln und Fischen konzentriert! Aber das bringt ja nicht viel… Dann brauchte ich Schuhe und habe mir gedacht, *Ui, sind die aber teuer!*, und habe dann beschlossen, selbst welche herzustellen. Zwischenzeitlich dachte ich auch mal daran, Kleidung zu schneidern, aber davon gibt es ja auch genug.“
Ich blickte von meinen Notizen auf. „Also war die Kürschnerei bei Euch Beiwerk zum Ledern? Würdet Ihr dies als sinnvolle Kombination empfehlen?“
Mahar nickte bekräftigend. „Ja, auf jeden Fall! War bei mir eigentlich erst einmal Mittel zum Zweck. Ich denke, wer Leder verarbeiten will, sollte es auch selbst kürschnern beziehungsweise gerben können.“
Wieder fügte ich meiner Liste ein paar Punkte hinzu. „Welches sind denn die Endprodukte des Kürschnerns?“
„Beim Kürschnern erhalte ich fertige Felle, beim Gerben, welches ähnlich ist, eben die Lederhäute. Diese zerteile ich dann zu Streifen, um diese dann wieder zu Schuhen, Geldbeuteln, Rücksäcken oder Handschuhen zu verarbeiten.“
„Also doch recht vielfältig.“ nickte ich. „Eine letzte Frage, wie sind die Absatzmöglichkeiten in diesem Berufszweig derzeit?“
Sie dachte kurz nach, ehe sie antwortete. „Ich war zwar jetzt zwei Wochen nicht da, aber beklagen kann ich mich nicht! Es reicht um gut leben zu können, und mehr will ich persönlich auch gar nicht.“
Lächelnd knickste ich vor meiner Gesprächspartnerin. „Habt vielen Dank für die Auskunft, Mahar.“
„Vielen Dank werte Liala!“ erwiderte sie, woraufhin wir uns auch schon verabschiedeten.

Ich begab mich auf direktem Wege ins Redaktionsgebäude, um, wie jede Woche, alles Wissenswerte über den dieswöchigen Beruf zusammen zu tragen.
Ich hoffe, Ihr konntet ein paar neue Einsichten gewinnen und vielleicht hat ja sogar der ein oder andere nun einen Anreiz, sein Glück auch einmal im Kürschnern zu versuchen. Nur immer an die Nasenklammer denken!
In diesem Sinne eine erfolgreiche Woche,

Eure Liala