Archiv Juni, 2009

29
Jun

Schnappschuss 16

   Von: MasterX in Schnappschuss

Die stellvertretende Chefredakteurin war wohl nicht ganz nüchtern, als dieser Schnappschuss entstand – zumindest scheint sich das Motiv andernorts befunden zu haben:

Weite Sicht...

Weite Sicht...

29
Jun

Balance

   Von: Feelicitas in Schlagzeilen

 

Wir leben unser Leben. Wir richten uns in ihm ein, alles scheint wohlgeordnet. Mein Haus, mein Boot, mein Mann, meine Kinder.

Und doch kann es geschehen, dass wir uns unvermittelt einer Situation gegenübersehen, die diese Ordnung in Frage stellt. Sie stellt einen Reiz dar, sie fordert uns nahezu heraus, einen Tanz auf dem Drahtseil zu vollführen. Es ist ein Spiel mit der Gefahr, der Reiz, der davon ausgeht ist schier unerträglich. Es ist das Balancieren am Abgrund, entlang einer Klippe. Unter uns noch der feste Boden, doch nur Millimeter neben uns lauert die Tiefe. Lockt uns zu sich, lässt uns schwanken. Wir könnten uns einfach fallen lassen. Der Konsequenzen, der Tragweite unseres Tuns nicht recht bewusst, könnten wir der Verlockung doch nicht widerstehen, uns dem Reiz hinzugeben. Oder wir wählen die Sicherheit. Treten vom Abgrund zurück und genießen die Erinnerung an ein Spiel, dessen letzte Konsequenz uns unser Gewissen und unser Verstand zu versuchen verbot.

Wie auch immer wir uns letztlich entscheiden, ob wir es wagen, sehenden Auges in den Abgrund zu stürzen, oder Zurückkehren und uns der Sicherheit anvertrauen. Wir haben den Reiz der Gefahr gespürt, von ihrem süßen Nektar gekostet. Das Tor ist geöffnet und unsere Schritte werden uns immer wieder zurück lenken, von neuem über den Abgrund tanzen lassen.

29
Jun

Sommeridylle am Schwanensee

   Von: Vishvadika in Schlagzeilen

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Graziles Weiß.

...schwanengleich.

..schwanen-gleich.

Meine werten Leserinnen und Leser, wie Ihr bei meiner Kollegin Corotica bereits lesen konntet, ist der Gutshof dieser Tage eine ware Wunderwelt. Erst kürzlich wurde dort ein ganz bezaubernder Ententeich erschlossen, der zum Verweilen einlädt. Da man nun für einen lauen, romantischen Sommerabend auch passend gekleidet sein muss, wollen wir uns nun dem passenden Kleidungs-Essemble zuwenden.

Für diesen Ausflug braucht Ihr, werte Romantiker, folgende Dinge in Eurem Tuchbeutel:

1. Ein Handtuch! Falls Ihr beim Schwänefüttern ins Wasser fallt oder gar freiwillig die Erfrischung aufsucht – ein Handtuch ist immer praktisch. Selbst für Wasserscheue: Als Liegewiesen-Unterlage eignet es sich ebenfalls hervorragend. Exklusiv bei Jonny erhältlich.

2. Geta. Sommerzeit ist Sandalen-Zeit! Sie betonen die schlanken Damenbeine und heizen sich nicht so auf wie die ledernen Schuh-Modelle. Für die Herren der Schöpfung eignen sich vielleicht auch die weniger grazilen, aber luftigen Strohschuhe  – ganz besonders im Set mit der passenden Kopfbedeckung und einem verwegen im Mundwinkel platziertem Strohhalm.

3. Oberbekleidung in luftigem, schwanengleichen Weiß. Ein Sommernachtstraum, fürwahr! Engelsgleiches, gleißendes Licht scheint Euch zu umhüllen. Traumhaft schön. Für die Dame dazu: Eine Blumenkette. Wenn Sie eine solche noch ergattern können, schlagen Sie zu! Sie scheinen derzeit vergriffen zu sein und sind darum diesen Sommer ein heiß begehrtes Accessoire!

4. Auch Männer tragen in der heißen Jahreszeit vermehrt die neue Mode: Röcke für den Herrn. Selbst ein Drachenmann namens Sir Dellard wurde schon auf der Baustelle in einem solchen Gewand gesichtet. Traut auch Ihr Euch!

5. Brot. Enten und Schwäne zu füttern ist doch wirklich eine beruhigende Angelegenheit. Verträumt starrt Ihr auf das glitzernde Wasser…und vielleicht sitzt da Eure große Liebe neben Euch? In diesen Tagen scheint alles möglich.

Der trenter Trendkompass.
Hier wollen wir Eure stilsichere Meinung wissen.

DIE Sommerkleidungsfarbe ist...

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29
Jun

Die alte Ruine

   Von: Feelicitas in Schlagzeilen

(Fortsetzungsroman von DickeFee)

Tief im Dämmerwald lag eine alte Ruine, sie war umrankt von Pflanzen und Bäume standen so dicht um sie herum, dass man sie entweder zufällig fand oder von ihr wusste. An diesem Ort herrschte fast absolute Stille. Die Tiere mieden ihn. Die Sonne versuchte sich ziemlich erfolglos einen Weg durch das dichte Blattwerk zu bahnen, nur hier und da schien einer ihrer Strahlen durch die Bäume und erhellte die Ruine grade genug, um für Gerüchte zu sorgen. Die, die diesen Ort kannten, erzählten sich Geschichten über Wesen die sie dort zu sehen geglaubt hatten, ohne jemals genau zu wissen ob ihre Sinne sie nicht getäuscht hatten. Das einzige was einem Jäger, Holzfäller oder Sammler, die häufigsten Besucher des Waldes, auffiel, waren die Goblins, die sich anscheinend gerne in ihrer Umgebung herumtrieben. Seit Jahren waren es nicht mehr so viele Goblins gewesen wie in letzter Zeit, keiner wusste eine genaue Zahl, aber allein die Gerüchte versetzten die Menschen in ganz Simkea in Angst und Schrecken.

Eine Gestalt, dunkel wie die Nacht und ebenso beängstigend lief in der Ruine auf und ab. Die Hände hinter dem schwarzen Mantel verschränkt, der schwarze Hut auf dem Kopf, die schwarzen Stiefel, die Hose in selbiger Farbe und die Binden, schwarz wie die Nacht, die nichts von seinem Gesicht zeigten, nichts außer dem Mund und den kristallblauen, eiskalten Augen. Man hätte die Person nicht zu sehen vermag, wenn Darkman nicht aus purer Eitelkeit ein dunkelrotes Hemd sein eigen genannt hätte. Auf und ab lief er, er überlegte, plante, wartete auf den Bericht. Der Bericht auf den er seit 15 Jahren hoffte. Ein Goblin trat durch das dunkle und stellte sich vor Darkman.

„Meister, Herr, ich habe Nachricht.“ Nie hätte jemand geglaubt, dass ein Mensch Befehlshaber über eine Goblin Armee sein könne und doch zeugte genau dieser Satz von der großen Macht und dem Respekt die Darkman zuteil wurde. Er richtete sich auf, schaute den Goblin in die Augen: „Dann erstatte Bericht!“, hart wie Peitschenschläge trafen den Goblin die Worte. Zu lange wartete Darkman schon. Er war ungeduldig geworden. „Herr, wir haben einen Dimensionengänger gefangen. Wir haben ihn gefoltert bis er uns von dem Mädchen berichtete. Sie ist in einer Dimension deren Welt den Namen Altar trägt, die Stadt ihres Aufenthalts nennt sich Altamor, sie lebt dort mit ihrer kranken Mutter auf einem Hof.“ Darkman lächelte böse, er war so nahe dran, diese Informationen waren mehr als er zu hoffen gewagt hatte, er konnte seinen Sieg schon fühlen. „Und weiter?“ „Die Hexe lässt ausrichten, dass sie ist kurz davor ist einen Übergang schaffen zu können. Ein Portal!“ „JAAA!“ Darkman ballte die Fäuste. Endlich, er war seinem Ziel so nah. Bald würde er Eleonora finden und vernichten. Die Prophezeiung würde niemals eintreffen, seine Macht würde ungebrochen bleiben.

Darkman atmete tief ein: „Lebt der Dimensionengänger noch?“, fragte er ohne jedes Mitgefühl oder Sorge in seiner Stimme. „Ja Herr!“ „Lasst ihn am Leben, vielleicht brauchen wir ihn noch. Richte der Hexe aus, das sie sich beeilen soll. Ich möchte vor dem nächsten Vollmond ein Ergebnis sehen. Und nun geh! Du hast deine Aufgabe zu meinem Wohlwollen erfüllt.“ Der Goblin bewegte sich wieder, drehte sich um und ging davon. Darkman stand im Dunkeln der Ruine, drehte sich langsam um sich selbst und starrte dabei in das dichte Laub der Bäume um ihn herum. Er roch den Wald, die Erde, das Alter der Bäume und fühlte sich so befreit wie schon ewig nicht mehr. Er würde es schaffen, er würde es allen zeigen. Darkman würde sich von keinem kleinen Mädchen seiner Macht berauben lassen. Niemals! Nie wieder würde er hilflos zusehen wie ihm alles genommen wurde, für das er hart gekämpft hatte. NIE WIEDER! Darkman verließ den Schutz der Ruinen und eilte zurück in die Stadt Trent.

29
Jun

Tierischer Sommerspaß am Wasser

   Von: Olana in Schlagzeilen

Liebe Bürger Simkeas!
Einige ereignisreiche Wochen liegen hinter uns: Die Entdeckung neuer Waldgebiete (ich berichtete Euch in der letzten Ausgabe davon), das Erscheinen Vincente de Damians und seine, wenn Ihr alle so kräftig weiter hackt, hämmert und schaufelt, bald startende Expedition in ferne Länder und die heftig diskutierte Aushungerung  der Fisch- und Wildbestände. Doch auch für die Schöngeister unter uns wurde ein neuer Ort geschaffen, an dem man die Seele baumeln lassen und sich vom tristen Alltag erholen kann.
Der Schwanensee sollte nun nicht mehr nur die Erinnerung an ein virtuose Ballettstück zur Musik in Euch wecken. Auch auf dem Gutshof findet Ihr nun einen wunderschönen See mit Enten, Erpeln und majestätisch dahin gleitenden Schwänen. Vor allem im sanften Abendlicht ist dies ein wundervoller und romantischer Ort, um allein oder zu zweit zu träumen. Die etwas mutigeren unter Euch  können auch gern ein paar alte Brotreste mit an den Tümpel nehmen und versuchen, die schönen, schwimmenden Tierchen zu füttern, doch nehmt Euch in Acht – die Schwäne sind flink und wenn Ihr nicht vorsichtig genug seid, dann werdet ihr bald wissen, wie sehr so ein Schwanenbiss weh tut!
An warmen Sommertagen kann man den See auch perfekt zum Schwimmen nutzen, ohne gleich ans Meer oder den großen Schlingsee zu gehen, denn gerade für Anfänger ist ein kleiner See nicht ganz so abschreckend.
Also, was bleibt mir noch zu sagen außer: “Packt die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein und dann nichts wie raus zum Gutshof°” *zwinker*
In diesem Sinne wünsche ich Euch ein paar erholsame Stunden!

Eure Corotica

Liebe Leserschaft,

eine arbeitsreiche Woche am Geröllfeld liegt hinter uns. Trotz aller mühen, Entbehrungen und Kraft ist es noch nicht gelungen, den Zugang freizulegen. Doch lang kann es nicht mehr dauern, nur noch wenig Geröll versperrt den Weg.

Doch auch ein anderes Ereignis, bewegte in der vergangenen Woche die Gemüter und regte zu hitzigen Diskussionen an. Hiermit sind nicht etwa die auf Barden fliegenden Tomaten gemeint, Read the rest of this entry »

29
Jun

Der Braumeister

   Von: Lady Sharina in Berufs - Bilder

Geneigte Leser,
der Vorstellung des nächsten Berufes sah ich mit ganz besonderer Aufregung entgegen – in dieser Woche sollte es der Braumeister sein, dessen Profession ich Euch näher zu bringen gedachte.
Wie immer begann ich meine Nachforschungen in der Bibliothek, in deren kühle Hallen ich mich in letzter Zeit immer lieber zurückzog.
Erwartungsvoll öffnete ich das große Buch der Berufe und schlug beim Buchstaben ‚B‘ auf.
Nach einiger Zeit schloss ich das gewichtige Werk wieder und ordnete kurz meine Gedanken. Offenbar war der Braumeister bei weitem nicht das, was ich zunächst erwartet hatte. Es schien, als bestünde seine einzige Aufgabe derzeit darin, Alkohol zu destillieren – und zwar für die Alchemisten.
Verwirrt ging ich im Geiste all die Getränke durch, deren Herstellung ich eigentlich ihm zugeordnet hätte. Bier natürlich, Schnaps, vielleicht auch die köstlichen Cocktails…
Ich erhob mich entschlossen, stellte das Buch beiseite und verließ die Bibliothek. Das Rathaus war mein erstes Ziel, vielleicht konnte ich ja bei einem der Ratsmitglieder mehr Informationen erhalten.
Und tatsächlich: kaum dort angekommen sah ich IceT, der das Gebäude gerade verließ. Ich beschleunigte meinen Schritt und hielt ihn auf.

„Verzeiht IceT, ich muss kurz in einer dringenden Angelegenheit mit Euch sprechen. Bei meinen Recherchen nach dem Beruf des Braumeisters fiel mir auf, dass sich dessen Aufgaben derzeit lediglich auf die Zulieferung für die Alchemisten beschränken. Wie ist das zu erklären? Gibt es etwa Beschränkungen von Seiten des Rates?“
Er schüttelte den Kopf. „Nein, Beschränkungen gibt es nicht. Nun, grundlegend hängt es damit zusammen, dass unsere Nahrung in der derzeitigen Form uns Grenzen setzt. Wir sind aber bemüht, Lösungswege aufzutun, die diese Grenzen öffnen und uns neue Möglichkeiten bieten.“
Interessiert blickte ich von meinem Notizblock auf. „Neue Möglichkeiten? Also ist auch für die Braumeister in Zukunft die ein oder andere Erweiterung ihres Berufsfeldes zu erwarten?“
„Nun, ich hoffe sehr, wir finden Möglichkeiten, auch den werten Braumeistern in diesem Land neue Tätigkeiten zu beschaffen.“
Ein Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen. „Das freut mich zu hören. Ich danke Euch für die Auskunft, dann müssen sich die alkoholischen Freu…“ Ich unterbrach mich kurz. „…Laster wohl erst einmal auf Reto beschränken.“
Auch IceT musste nun schmunzeln. „Das ist vielleicht auch gar nicht so verkehrt, bedenkt man, dass erst in den jüngsten Tagen der exzessive Alkoholkonsum erneut ein Todesopfer forderte…“
Ich winkte ab. „Ach, das ist auch durch die Alchemisten oft genug erreicht worden in letzter Zeit. Ich jedenfalls hoffe mehr auf Genuss denn exzessiven Konsum.“
Lachend nickte IceT mir zu und zog dann weiter seines Weges. „Welch passende Wortmeldung!“

Dieser Punkt zumindest war geklärt, mochte das Betätigungsfeld des Braumeisters im Moment auch noch recht klein sein, so versprach dieses Gespräch doch Besserung. Ich beschloss, ein wenig mehr darüber in Erfahrung zu bringen, wie sich die Herstellung des Alkohols im Moment gestaltete. Hierzu begab ich mich wieder zu der Stelle, wo sich mit Sicherheit etwas erfahren ließ – dem Marktplatz.
Und auch hier wurde ich fündig in der Bürgerin Arnura, von der ich bereits wusste, dass sie der Herstellung des Hochprozentigen mächtig ist. Sogleich sprach ich sie an.
„Werte Arnura, ich bin aktuell bemüht, etwas über den Beruf des Braumeisters herauszufinden. Immerhin weiß ich nun schon, dass sich seine Möglichkeiten momentan auf die Gewinnung reinen Alkohols beschränken. Könnt Ihr mir erzählen, wie sich dieser Prozess gestaltet?“
Sie nickte. „Sicher doch. Man braucht lediglich Kartoffeln, etwas Wasser und eine erhitzte Destille. Aus den Kartoffeln lässt sich dann der Alkohol gewinnen, den man in kleine Glasflaschen abfüllt.“
„Sollte man irgendwelche körperlichen Voraussetzungen mitbringen?“ Ich blickte sie neugierig an.
„Ja sicher, neben der notwendigen Klugkeit sollte man auch über eine gute Wahrnehmung verfügen und in kritischen Situationen intuitiv handeln können.“
Eilig notierte ich. „Oh, ja, das ist in einem solchen Beruf sicher wünschenswert. Aber sagt… Ist dieses Handwerk denn gesundheitlich unbedenklich?“
„Ja, eigentlich schon. Unglücklicherweise steht die Destille allerdings im alchemistischen Labor, und Darkman neigt dazu, komisch riechende Dinge zu brauen, wodurch es oftmals zum Wunsch nach Nasenklammern kommt.“
Unwillkührlich rümpfte ich die Nase. „Das kann ich in der Tat nachvollziehen… kommen wir zur letzten Frage: Da ein Brauer ja in seinem Tätigkeitsfeld doch recht eingeschränkt ist, gibt es irgendwelche Zweitkarrieren, die Ihr empfehlen würdet?“
Arnura dachte kurz nach. „Nun, die Alchemie ist der einzige Beruf, der den Alkohol derzeit benötigt. Da könnte man sicherlich auch tätig werden. Ansonsten bietet sich noch die Glaskunst an, damit man die benötigten Flaschen selbst fertigen kann.“
Ich bedankte mich mit einem Knicks, ehe wir uns verabschiedeten und sah mich weiter auf dem Markt um, um noch eine dritte Stimme zu hören.

Die Gelegenheit dazu bot sich mir in Guinevere, die sich gerade am Feuer wärmte. Ich setzte mich dazu und streckte ein wenig die Beine aus, ehe ich sie ansprach.
„Ehrenwerte Guinevere, Ihr könnt mir doch sicher auch noch ein paar Kleinigkeiten über das Brauen berichten. Empfindet Ihr diese Arbeit als angenehm?“
Sie blickte auf. „Meinst du Alkohol brauen?“, und fuhr auf mein Nicken hin fort.
„Nein, ist nicht angenehm, diese Dämpfe andauernd, da wird einem recht schwummerig von. Früher mochte ich das ganz gern, aber heutzutage…“ Sie seufzte und sah mich dann unvermittelt mit weit aufgerissenen Augen an. „Außerdem ist es sehr gefährlich!“
Ich zuckte zurück. „Gefährlich? Tatsächlich? Inwiefern denn?“
Guinevere senkte ein wenig die Stimme. „Du kennst doch bestimmt die Geschichte, als K. (Name der Redaktion bekannt) die Destille in die Luft gejagt hat?“ Sie lachte kurz und heiser auf. „Ja, in die Luft ist die gegangen. Eine Riesenexplosion, gut, dass er unverletzt blieb… Man sollte es schon können, und sehr vorsichtig sein!“
Gebannt blickte ich sie an. „In die Luft gejagt? Ach du meine Güte… aber so etwas kommt nicht regelmäßig vor, oder?“
Beschwichtigend schüttelte sie den Kopf. „Nein, nicht regelmäßig, aber Brauen ist schon sehr gefährlich.“
Wieder notierte ich. „Also nicht unbedingt etwas, was Ihr Anfängern empfehlen würdet?“
„Nein, nur ungern. Zudem benötigt man so einige kostspielige Zutaten. Das ist nichts für Anfänger.“
Ich fügte meinen Unterlagen einige Zeilen hinzu. „Gut zu wissen. Kommen wir zur letzten Frage, würdet Ihr es begrüßen, wenn sich die Möglichkeiten der Braumeister in Zukunft erweitern würden?“
„Sicher!“, erwiderte sie. „Es wäre gut, wenn man mit etwas Leichterem und Ungefährlicheren beginnen könnte, um sich in dieser Kunst zu üben. Alkohol ist nun einmal hochexplosiv und das vergessen viele…“ Kurz schaute sie in die Flammen, dann nahm ihre Stimme einen warmen Ton an. „Bier zum Beispiel, das wär nicht schlecht, und ab und an würd ich mir gern auch eines gönnen.“ Betrübt schüttelte sie den Kopf. „Aber mein Vorrat von Reto war leider viel zu schnell alle, und man bekommt selbst unter der Hand kaum mehr welches…“ Ihre Gedanken schienen abzudriften und so verabschiedete ich mich mit einem Lächeln.
„Och, so einen kühlen Gerstensaft gönnt sich bestimmt jeder mal gerne. Nun, hoffen wir darauf, dass der Rat in Bälde neue Möglichkeiten erschließen kann. Ich danke Euch vielmals, Guinevere.“
„Aber gern doch, mein Kind.“

Zurück in der Redaktion trug ich meine Informationen zusammen. Ein Nischenberuf offenbar, aber sicherlich nicht der Uninteressanteste. Vielleicht bietet die Karriere des Braumeisters ja dem ein oder anderen Inspiration genug, auch einmal das Ungewöhnliche zu versuchen.
Ich verabschiede mich in der Hoffnung, Euch wieder ein paar neue Einblicke geboten zu haben.
Eure Liala

In der nächsten Ausgabe erfahrt Ihr etwas über die zweite Seite des Bergbaus – die Erzgießerei.