Archiv für Sparte ‘Es war einmal…’

13
Okt

Aus längst vergangener Zeit…

   Von: Calisto in Es war einmal...

… aber immer noch lesenswert!

Ein Heidentrara in Simkea. So ist es wohl, wenn ein männliches Wesen sich etwas weh getan hat. Da wird aus einem kleinen Nasenstupser direkt ein kompletter Gipsverband. Okay, ja, wir geben zu, der Nasenstupser war von einer sehr großen schwarzen Katzendame namens Grandlady, aber Schwerverletzte gab es dennoch keine. Was man jedoch bei diesem Geschrei hätte vermuten können.

Bei genauer Begutachtung des Patienten, der hier so herumgebrüllt hatte – nennen wir ihn mal Jim der Siedler – kam heraus, dass er sich ein gekrümmtes Haar zugezogen hatte. Was auch immer das für eine Diagnose war, es wurde fachmännisch von Moonstone wieder gerade gebogen. Grandlady schnaubte derweil, dass es ja wohl die alleinige Schuld des Exschwiegerpapas sei, wenn er einfach irgendwo gegen rennt.

Dieser war aber schon längst damit beschäftigt, einen neuen Schuldigen zu suchen. Diesmal traf es die Krankenschwester Moonstone, die ihm das Haar jetzt angeblich nochmals in die andere Richtung verbogen hätte. Riondo, der sich das ganze Treiben mit angesehen hatte, fand, das wäre ja eine ganz schöne Haarspalterei. Er handelte sich somit umgehend die Beschwerden und das Gejammer von Jim dem Siedler ein, nun hätte wer auch noch sein armes Haar gespalten. Riondo ließ sich dadurch aber nicht aus der Ruhe bringen und verkündete: „Wellig sind die keratin-armen…“ Wie auch immer Jim der Siedler dieses auffasste, er beschloss umgehend, dass er dann wohl ein Märtyrer sein müsse.

Wer glaubt, damit sei jetzt Ruhe eingekehrt, da Märtyrer einen stillen Tod erleiden, der hat sich gewaltig geirrt. Denn sofort ging das Gebrüll weiter. Mit Nachdruck wurde jetzt nach 77 Jungfrauen gebrüllt. Das versetzte sogar Riondo in Staunen. Taraxa, die das Treiben wohl auch schon eine Weile beobachtet hatte und wohl weniger Wohlwollen für das Jammern über hatte, konterte direkt: „Die Jungfern lernen noch, wie sie dir gemeinschaftlich das Leben zur Hölle machen können für was auch immer du angestellt hast, um sie zu ‚verdienen‘. ^^“

Riondo erklärte unterdessen, das wohl 72 auch reichen würden. In der Zwischenzeit war Jim der Siedler wohl vom Schwerverletzten zum Schwerhörigen geworden. Und weil ihm das zu lange dauerte mit den Jungfrauen, gab er großzügig bekannt: „Die Jungfrauen müssen nicht gewaschen sein, das könnte ich übernehmen.“ Und es würden auch 72 reichen, die ihm die Hölle zum Himmel machen würden. Taraxa bemühte sich jetzt, besonders laut und deutlich zu reden und sagt glasklar: „Nene, umgekehrt! *lächelt* So, wie verdient hast ;-) .“

Das verstand auch ein Jim der Siedler und er kniff die Augen zusammen: „So nicht und schon mal gar nicht mit einem Jim der Siedler!“ Das ginge gar nicht, dass  ihm das hier madig gemacht werden solle. Umgehend bestand er nun auf der vollen Anzahl von 77 Jungfrauen und diese vor allem ohne Maden. Taraxa zweifelte, dass Jim der Siedler 77 Jungfrauen zufrieden stellen könne und ob er eigentlich wisse, worauf er sich da einließe. Nach kurzer Bedenkzeit wurde von Jim der Siedler großzügig verkündet, dass er 72 aber auf jeden Fall Herr würde. Riondo hingegen suchte offensichtlich immer noch nach Worten oder Luft und warf dezente Hüsteleien in den Raum.

Fleißig klärte Taraxa den ahnungslosen Jim über die Folgen bei zu vielen Frauen auf. Über die Eifersüchteleien, die Geschenke, den Schlafmangel, die Kosten für Speis‘ und Trank – und die ganze Kleidung erst, die Frauen benötigten. Langsam überkam Jim dann doch die Angst: „Ne ne, und noch mal ne, so war das nicht vereinbart!“ Aufs Essen ließe er sich ja noch ein, aber wer bitte hätte denn von Kleidung gesprochen? Riondo warf unterdessen das Wort Schuhe ein und Vidura dachte an die ganzen Kosmetikartikel, die Frauen so verwendeten. Die Atmung von Jim dem Siedler wurde immer schwerer und er stellte fest, dass er mit so einem Aufwand ja gleich ein zweites Mal zum Märtyrer im Himmel würde.

Spätestens jetzt kamen noch anderen Wesen auf dem Markt Zweifel, da man ja erst einmal Märtyrer werde und erst dann in den Himmel käme. Als Riondo das Krokodil ins Spiel brachte, welches Jim der Siedler erlegen müsse, um für seine Frauen immer schicke Handtaschen zu haben, wurde es Jim dem Siedler zu bunt. Tollkühn zog er sich das gekrümmte und gespaltene Haar aus der Brust heraus und verkündete, dass er kein Märtyrer mehr sein wolle. Er würde umgehend aus dem Märtyrerverein austreten, denn der hätte ihm das völlig anders erzählt.

Also merke dir gut, was du dir wünschst, ob du das auch wirklich willst…

(Calisto)

6
Okt

Lang lang ist es her…

   Von: Calisto in Es war einmal...

Vielleicht erinnern sich die Protagonisten schon selbst nicht mehr an ihre Worte, aber da es zeitlose Geschichten sind, möchte der Bote sie dennoch mit Euch teilen:

Vor einiger Zeit verkündete Nyarla Thotep frohlockend Ware am Markt. Ein wenig wurde auch auf die Tränendrüse gedrückt, da man ja immerhin das Geld in Hundefutter für Pluto umsetzen müsse.

Es wurde sogleich von Moonstone bekundet, dass so ein Hund auch wahnsinnig viele Steaks bräuchte, um satt zu werden. Theodias war irgendwann sogar so weit, dass er die Stoffrollen schon kaufen wollte, ohne ein Schneider zu sein.

Theodias erzählte weiter, wie die Karriere als Schneider für ihn gelaufen war. Er war schon bedient gewesen, als er sich zum ersten Mal mit der Nadel gestochen hatte. Da war für ihn klar, das dies kein Beruf für ihn sei. Das wollte Louhi hingegen jetzt genauer wissen. Und so wurde sich eingehend erkundigt, ob Theodias direkt in einen 100-jährigen Schlaf gefallen sei. Offen gab Theodias jedoch zu, dass es allenfalls 10 Minuten Fluchen gewesen seien, bevor er alles hingeworfen habe und sich dann erst einmal ausgiebig mit der Hacke am Erz habe abreagieren müssen. Schlussendlich nahm er zur Kenntnis, dass die Nadel gewonnen habe, er aber auch ohne diesen Beruf genügend Professionen zur Hand hätte und so dankend auf diesen einen Beruf verzichten könne.

Dem einen liegt die Grobmotorik eben mehr als die Feinmotorik, und so erfreuen wir uns immer wieder daran, dass Simkea eine so große Vielzahl an Berufen und Talenten hat.

Und bei manchen ruft eben einfach der Berg…

(Calisto)

Feyara Sturmweber hatte ein Liebesschloss an der Brücke aufgehängt und den Schlüssel in den Fluss fallen lassen. Während Moonstone mit einem „Herzlichen Glühpunsch!“ gratulierte, wetterten Erian und Ratti gegen die Umweltverschmutzung. Louhi wandte ein, dass Eisen biologisch abbaubar sei und dies nur eine Weile dauere. Moonstone brachte Plutonium ins Spiel, auch dies sei dann biologisch abbaubar. Alles nur eine Frage der Zeit.

Ratti dachte über die Zerfallsreihen des Plutoniums und des Urans laut nach: „Plutonium ist auch nur eine Tochter des Urans… und zerfällt über viele weitere Stufen zu Blei.“ Derweil versuchten Moonstone und Louhi, die Planeten in die richtige Reihenfolge zu bringen, von denen sich manche Namen der strahlenden Elemente ableiteten. Erian verstand mal wieder alles falsch: „Uranus? Was für’n unanständiger Begriff…“

Knorke Starkbier fragte dann: „Heißt das, ich muss die alten, rostigen Plutoniumtonnen von Oma nur die Treppe runterrollen und nach der letzten Stufe ist es Blei?“

Dies führte zu großer Erheiterung unter den Anwesenden, hernach sinnierte man darüber, wie lang die Treppe sein müsse, damit auf der letzten Stufe Blei herauskäme. Man einigte sich auf eine unendliche Rolltreppe für Oma Starkbier.

Ratti war immer noch beim Zerfall des Urans: „ich kenne keine Uranzerfallsreihe, die nicht auf Blei endet.“ Knorke wandte ein, für ihn ende Uranzerfallssreihe auf -eihe. Erian widersprach und meinte, es ende nur auf -he, was Helium bedeute. Knorke war damit einverstanden: „Porfessa Erian weiß Bescheid! Also auf die Rolltreppe mit den Dingern und unten Ballons mit füllen!“

(Alessa, mit freundlicher Hilfe von Erian)

Ihr merkt schon, ich hatte so einige Zeit keine Gelegenheit zu schreiben. Es gibt jedoch Dinge, die sollten nicht verborgen bleiben:

Auf den letzten Drücker und abgehetzt wie immer erschien Calisto wieder viel zu spät auf einer Feier, die von Baldrin veranstaltet wurde. Sie schlitterte quer in die Menge und wurde direkt von Baldrin ausgebremst mit den Worten: „Ganz ruhig, Cali!“

Ein „Huhu!“ brachte die gehetzte Calisto noch heraus, dann musste sie jedoch erst einmal nach Luft ringen. Irgendwo auf dem Weg hatte Calisto wohl beim Rennen die Geduld verloren, zu versuchen, das Geschenk weiter einzupacken. Dieses sträubte sich ganz fürchterlich. Nun hatte sie die eine Hand voll mit einem nicht verpackten Geschenk und in der anderen Hand ein Wirrwarr an Geschenkpapier und Bändern, welche sie nicht mehr benutzen konnte.

Kurzum wickelte Calisto einfach den Gastgeber ein, dessen Schuld ja schließlich das ganze Fiasko war. Dieser blickte sichtlich irritiert an sich herunter und wollte nun wissen, wer denn hier jetzt fürs Auspacken zuständig sei. Mit erhobenen Händen wehrte Calisto dies entschieden ab, für so etwas sei sie nicht zuständig. Da Baldrin sich gerade eh nicht wehren konnte, wurde ihm das Geschenk für den Keller kurzum auch noch aufs Auge gedrückt.

Lupina bewunderte in der Zwischenzeit das Gebilde und fand, Calisto mache ihre Sache ganz gut als Einpackerin. Phyre witterte die Chance auf einen besonderen Gegenstand und überlegte, ob man Geschenke ins Album packen könne. Daraufhin hüpfte Baldrin etwas hilflos herum und versuchte, sich mangels besserer Möglichkeiten mit Worten zu wehren. Valon erkundigte sich aufrichtig, ob Baldrin wohl Hilfe bräuchte und Louhi, der Drache, machte sich auch direkt bereit und atmete  tief Luft ein. Baldrin wedelte und erinnerte Louhi daran, das er selbst zwar feuerfest sei, er sich aber bei diversen anderen Gästen da nicht so sicher sei. Jedoch würde Baldrin es sehr begrüßen, wenn ihm doch einer der Gäste bei seiner Befreiung helfen würde, da Calisto sehr gründlich mit ihren Verpackungsarbeiten gewesen sei, bevorzugt natürlich ohne Feuer.

Louhi ließ tapfer die eingesaugte Luft drinnen, zückte dafür eine seiner Krallen und zerteilte damit vorsichtig das Geschenkpapier. Baldrin tat es dem Drachen Louhi gleich und holte auch erst mal richtig tief Luft, jetzt, wo er endlich befreit war. Fiona nutzte sofort die Gelegenheit, hüpfte in Baldrins freie Arme und gratulierte ihm ganz dolle.

Zwischendurch wurde festgestellt, dass die Einrichtung von Baldrins Zuhause doch noch zu wünschen übrig ließe. Es war hier und da noch ein wenig kahl. Daher machten sich einige Besucher auch fröhlich daran, mit ihren Geschenken die kahlen Stellen zu füllen. Auch ein schöner Teppich war dabei. Fiona hingegen, die gerade fröhlich durch die Torte stapfte, meinte, dass  Pfotenabdrücke auf dem Teppich ein besonderes Extra seien, also Schokoladenabdrücke, ganz speziell – von ihr. Das Ganze nenne man dann auch eigenpfotige Unterschrift.

So nach und nach rückten weitere Geschenke heran: ein paar schöne Sammlerstücke sowie Nützliches. Ein Beutelchen wurde etwas zu doll geschüttelt, denn der Inhalt war zerbrochen. Aber auch solche Stücke hält ein Sammler in Ehren. Man sollte ein zerbrochenes Ei niemals unterschätzen.

Zugleich fing auch das Kirschkernweitspucken an. Fleißig spuckte einer nach dem anderen. Von so viel Spuckerei bekam man natürlich auch wieder Durst. Die einen vertrugen so ziemlich gar nichts und waren sofort beschwipst. (Über die Flasche reinen Alkohols, die Baldrin unauffällig verschwinden ließ, reden wir hier an dieser Stelle natürlich nicht.) Andere behaupteten, ihr Bier sei – mit Wasser verdünnt – gepanscht gewesen. Andere hegten aber eher den Verdacht, dass diese speziellen Wesen einfach so oft tränken, dass sie den Alkohol schon gewohnt seien und daher gar nicht mehr darauf reagierten.

Alles in allem kann man erkennen, es war eine feuchtfröhliche Party, die noch einige Stunden mit einem tollen Publikum weiter ging, und auch der Ehrengast Baldrin war sehr froh über so tolle Freunde.

(Calisto)

2
Aug

Ein gruseliger Anblick..

   Von: Lady Sharina in Es war einmal...

 

Liebe Leser, bot sich dem der sich im August 2009 in den Wald begab.

dort sah man nur noch qualmende verkohlte Baumstümpfe. Hier der Artikel vom 17.August dazu:

Messer, Gabel, Schere, Licht….

geschrieben von Feelicitas

…sind für kleine Kinder nicht. So hörten wir oft von den Alten. Für diesen speziellen Fall sollten auch Feuersteine mit in die Aufzählung hinein genommen werden.
Es begab sich am letzten Dienstag, dass ein gewisser junger Holzfäller im Dämmerwald stand und seiner Arbeit nachging, als er von dem Geburtstag einer Freundin erfuhr. Freudig entschloss er sich zu ihrem Ehrentag 25 Kerzen zu entzünden, musste jedoch feststellen, dass dies mangels eben dieser besagten scheitern musste. Schnell ersann er einen neuen Plan und entzündete kurzerhand das in entsprechender Anzahl, was ihm zur Verfügung stand, nämlich Bäume.
Jedoch hatte er nicht mit einer im Dämmerwald ebenfalls anwesenden jungen Maid gerechnet, die leicht pyromanische Züge aufzuweisen scheint. Als diese des Feuers ansichtig wurde, trat ein seltsamer Glanz in ihre Augen und schnell holte sie ihren Feuerstein aus dem Gepäck. Es kam, wie es kommen musste. In Windeseile breitete sich das Feuer aus und verschlang mit seiner Gier den gesamten Dämmerwald, so dass nichts zurückblieb außer einigen rauchenden Stumpen, dem Blaubeerbusch und ängstlich umherirrenden Tieren.
Schnell wurde der Schrei laut, einen Schuldigen für dieses Unglück anzuprangern, doch wen traf die Schuld? Etwa die beiden Kinder? Zwar waren ihren Händen die Flammen entfallen, die den Wald zum Brennen brachten, doch Kinder sind nur bedingt schuldfähig. Doch auch den Eltern ist keine Schuld zuzuschreiben, gingen sie doch fleißig ihrem Tagwerk nach. Dem Geburtstagskind ist erst recht keine Schuld zuzuweisen, da dies sich nicht einmal ansatzweise, weder körperlich noch geistig im Dämmerwald befand und es aus Prinzip ohnehin immer unschuldig ist. Da all diese Personen ausgeschlossen werden konnten, war der einzig mögliche Schuldige laut einer Aussage am großen Schwarzen Brett das Wiesel, das immer die Schuld an allem trage.
Der Trenter Bote enthält sich in dieser Frage wie immer jeglichen Kommentars.

(Lady Sharina)

PS. hoffen wir mal das die Erziehungsberechtigen heutzutage immer ein Auge auf die Kleinen haben. So etwas wollen wir nicht mehr sehen.

(rausgebuddel von Lady Sharina)

 

28
Nov

Lichterfest

   Von: Lady Sharina in Es war einmal...

 

Am 1. Dezember  ist wieder Lichterfest und ich möchte gern noch einmal  den Text von IceT hier dazu bringen:

Die Adventszeit 2010 – Der Tag, an dem die simkeanische Welt aufhörte, sich zu drehen

IceT tritt mit einem langen Schreiben aus dem Archiv des Landes vor das Volk, blickt mit ernster Miene um sich und erhebt sodann die Stimme, um den Inhalt des Schriftstückes zu verlesen.

„Es begab sich in einer Zeit, in der es eigentlich auf Weihnachten zuging. Ein Fest, das eigentlich der Besinnung, der Familie und der Freundschaft gilt. Der Familie, wie sie Simkea für viele der Bürger des weiten Landes geworden ist. Doch etwas war anders: es war nicht friedlich. Missverständnisse führten zu Streit. Überall über dem Land schwebte eine dunkle Wolke gedrückter Stimmung, hinter vorgehaltener Hand wurde manch böses Wort geflüstert, manch noch böseres Wort wurde wutentbrannt in die stille Schneelandschaft über Simkea getragen. Es war keine Zeit des Friedens. Es war eine Zeit, in der sich manch einer zu manchem Ausspruch hinreißen ließ, den er möglicherweise schon im selben Moment bereute. Doch Worte sind wie Waffen, ihre Wirkung lässt sich mindern, aber nicht ungeschehen machen.

So durchlebten nicht nur die Bürger, sondern auch der Wächter der Tore kalte, stürmische Zeiten, stets gepeitscht von Wogen der Emotionen, von egoistischen Interessen und allgemeiner Frustration, die aus der Anderswelt in das Land hineingetragen wurde. Und so begab es sich schließlich, an jenem unvergesslichen Morgen des 30. November 2010, dass mancher Bürger erwachte und von seinem Land nichts mehr zu sehen war, lediglich die Lettern „Ende…“ prangten in gleissendem Licht, im Nichts. Und schnell wurde allen Bürgern klar, was diese Leere, das Fehlen ihres geliebten Landes, zu bedeuten hatte. Schon des öfteren hatte es sich abgezeichnet, wäre erkennbar gewesen, doch in ihrer Wut und ihrem Ärger waren die Bürger blind: der Wächter der Tore, er hat sein Land verlassen, und mit ihm floh das Land.

Es fuhr den meisten Bürgern durch Mark und Bein, und es begab sich etwas Merkwürdiges, was niemand je gedacht hätte: so zerstritten das Volk auch war, es schloss sich plötzlich zusammen, beriet in der Anderswelt, was zu tun sei, um den Wächter der Tore zur Rückkehr zu bewegen. Es sollten lange, quälende Stunden des Bangens, des Hoffens und des verzweifelten Diskutierens werden. An jenem Tag sollte sich die Welt Simkeas nicht mehr drehen. In ihrer Verzweiflung standen die Bürger Schlange am dem Einzigen, was ihnen an den Landen Simkeas noch zugängig war, dem schwarzen Brett – und dort, wo schon Monate zuvor die größten Fehden ausgetragen wurde, schlossen sich plötzlich alle Bürger zusammen und meißelten ihre Gedanken darnieder, zeigten überwältigend auf, wie sehr sie mit dem Land Simkea verbunden waren, und beknieten den Wächter der Tore, doch zurückzukehren, um Eintracht in diesen schönen Landen walten lassen.

Es geschah etwas: der Wächter der Tore war eindeutig anwesend und nahm Notiz von den Bekundungen, die ihm und seinem Werk von den Bürgern entgegengebracht wurden. Zwar schwieg er, doch war er zugegen. Einige Zeit später trat er daselbst ans schwarze Brett und hinterließ eine Nachricht, warum er das Land verlassen hatte. Er legte nieder, wie er nach manch bösem Wort in Selbstzweifel verging, warum er begann, die Sinnhaftigkeit seines Handelns zu hinterfragen und anzuzweifeln. Er zitierte eine Nachricht, die ihm zuvor zugetragen wurde, in der beschrieben wurde, wie der Rat von Simkea immer kleiner wurde, ohne dass die Stimmung besser wurde. Sein fürchterlicher Schluss aus dieser Nachricht: er selbst sei schuld an der traurigen Situation von Simkea. Und er bemerkte nicht, dass er diese Nachricht, dessen Autor beim Verfassen so zornig war, dass er manches Wort falsch wählte und der Nachricht so einen völlig falschen Sinn gab, vollkommen falsch ausgelegt hatte. Welch fürchterliche Konsequenz!“

IceT lässt das Blatt für einen Moment sinken, blickt zu Boden, als wisse er genau, wer der Verfasser dieser Nachricht gewesen sein mag, holt tief Luft und fährt sodann fort:

„Die Nachricht, die der Wächter der Tore den verzweifelten Bürger hinterließ, in der er sich Bedenkzeit ausbat, konnte die Bewohner freilich nicht beruhigen. Doch sie erklärte, warum er das Land verlassen hatte, und sie zeigte, welch vernichtende Wirkung manch unbedachtes Wort, im Zorne ausgesprochen, anrichten kann. Die Bürger saßen niedergeschlagen beisammen und konnten nichts weiter tun als hoffen, bis schließlich auch den Letzten die Müdigkeit übermannte.

Am nächsten Morgen, am 1. Dezember 2010, als die Adventskalender am gemütlich wärmenden Kamin in der Taverne die ersten Geschenke heimlicher Verehrer, Freunde oder einfach nur Mitbürger preisgeben sollten, erwachten viele Bürger in der Anderswelt und stürmten voller Hoffnung Richtung Simkea – um erneut enttäuscht zu werden. Die Hoffnung unter den Bürgern war spürbar gesunken, Niedergeschlagenheit und Verzweiflung machten sich breit. Der Start in den Advent war überschattet von Ungewissheit, von Angst und Hoffen. Es wurde kaum noch beraten, es wurde still zusammengesessen und gehofft. Doch kaum jemand vermochte einen anderen Gedanken zu fassen als den an das Land von Simkea in einer unbeschwerten Zeit, in einer Zeit, als vieles allzu selbstverständlich genommen wurde.

Dann endlich, am Nachmittag, startete ein Bürger einen neuen Anlauf, das Land zu betreten – und fand sich unvermittelt in der strahlenden, stillen Welt von Simkea wieder, die nach einem Tag wieder begonnen hatte, sich zu drehen! Ein Aufschrei des Jubels ging durch die Bürger, die voller Begeisterung durch das Portal stürmten, vorbei an dem stumm gewordenen Wächter der Tore, und die Bürger tanzten durch das Land und beschlossen spontan, zum Gedenken an den Tag, an dem die Welt aufhörte, sich zu drehen, eine Zusammenkunft am Trenter Stadttor zu feiern. Bis es soweit war, sparten die bislang gespaltenen Bürger nicht an Worten des Dankes, und so hörte man allenthalben Bürger ihre Worte an das schwarze Brett meißeln.

Am Abend schließlich fanden sich die Bürger wie besprochen zusammen und standen in nie erlebter Eintracht zusammen am Trenter Stadttor. Über 80 Bürger fanden sich dort ein und stellten stumm brennende Kerzen am Boden ab, um ihre Solidarität mit diesem Land unter Beweis zu stellen. Und auch der Hüter der Tore erschien, und bei diesem Anblick konnte er seine Zurückhaltung nicht länger durchhalten. Er brachte seine Überwältigung zum Ausdruck: „Was ihr hier tut ist einzigartig… doch verehrt nicht mich, sondern eure Stadt, euer Land Simkea…“ So sollte es sein. Und fortan sollen sich alle Bürger am Abend des 1. Dezember am Stadttor einfinden, um diesem Tag, an dem die Welt aufhörte, sich zu drehen, zu gedenken und nie zu vergessen, welch schwere Zeiten das Land bereits durchleben musste. So soll der 1. Dezember fortan als Lichterfest bezeichnet werden und in die Geschichtsbücher Simkeas eingehen – als Mahnmal, und als Feiertag.“

IceT lässt das Pergament sichtlich erschöpft sinken, entzündet eine Kerze und stellt sie vorsichtig am Boden ab. Er schließt mit den Worten: „Danke, MasterX. Und: danke, Simkea – und ihr, liebe Mitbürger, seid Simkea. Frohe Adventszeit!“

IceT lässt den Schauplatz zurück und legt sich danieder, um sich auszuruhen und den Tag zu beschließen.

(Lady Sharina)

 

Der Versuch nähert sich dem Ende: Die Veröffentlichung der Fortsetzungsgeschichte von Dicke Fee aus alten Ausgaben des Trenter Boten hatte leider größere Pausen zwischendrin – so dass sicher einigen der Zusammenhang fehlt. Wer will, kann im Archiv nach den alten Folgen vom Jahr 2009 stöbern – oder die Zusammenfassung lesen:

Es beginnt mit einer unheimlichen Prophezeiung: Mein Kind, großes Unheil wird über dich kommen. Du hast eine schwere Aufgabe vor dir und wirst dein Leben mit ihrer Erfüllung bezahlen. Ein Kind wird geboren in einer mondlosen Nacht. Ein Kind, zu binden was schon ewig getrennt, ein Kind, den Frieden zu bringen wo Hass und Lüge die Flüsse und Felder vergiftet, seit Anbeginn der Zeit. Rette dieses Kind und die Welt wird Frieden erlangen, aber du wirst sterben. Rettest du es nicht, werden wir alle ins Unglück stürzen, undenkbar größer als das Unheil, das uns jetzt schon das Leben schwer macht.“

Diese Worte gibt eine geheimnisvolle alte Frau einer Amme mit, die einen Säugling in einen Zirkus bringt. Etliche Jahre später kommt dieser Zirkus in das Dorf, in dem Eleonara lebt. Sie hat schon früh erfahren, dass sie ein Findelkind ist: „Es war eine klare Nacht, als es an der Tür klopfte.“, so begann ihre Mutter immer: „ Eine Frau von großer Statur stand vor unserer Tür, ihr Gesicht war unter der roten Kapuze ihres Umhangs verborgen, aber ihre Stimme war die einer Frau. Sie drückte mir ein Baby in den Arm und nannte mir deinen Namen und dass ich mich um dich kümmern solle. Dann gab sie deinem Vater einen Beutel mit Silbertalern und verschwand in der Nacht.“

Im Zirkus, den Eleonora nun mit ihrer Freundin besucht, wird sie um Mithilfe gebeten – in eine stille Ecke gezaubert und……:

Amathea schaute sie an. „Eleonora, wie groß du geworden bist.“ „Wir haben nicht viel Zeit, höre mir genau zu. Du bist in Gefahr! Meide sich spiegelnde Oberflächen! Jemand versucht einen Weg zu dir zu finden. Lass sie dich nicht fangen, oder unsere Welt ist verloren.“ Almatea hielt Eleonora an den Schultern fest und sah ihr tief in die Augen. „Lass nicht zu, das so viele Menschen umsonst gestorben sind.“, dann warf sie wieder ihren Umhang um Eleonora und beide waren zurück in der Manege.

Eleonora versteht es alles nicht, sie sorgt sich um die todkranke Mutter und bekommt einen Schrecken, als sie im Spiegel Fratzen von Ungeheuern sieht. Dann stirbt die Mutter – Goblins dringen ins Haus ein und versuchen Eleonora zu rauben. Auf der Flucht vor den Goblins steht Almathea plötzlich vor ihr, kämpft gegen die Ungeheuer und nimmt Eleonora mit nach Trent.

Sie erklärt ihr etwas von den Hintergründen:

Seit Jahren schon geht es den Menschen in Simkea schlecht. Sie leiden. Sie haben den Frohsinn verloren und werden von Goblins unterjocht. Am schlimmsten trifft es bisher Trent. Kein Mensch weiß genau, wie er es anstellte, aber jeder kennt den Namen des Mannes, der ihr Lachen stahl und sie in einer Welt voller Grau zurück ließ. Darkman! Er ist der Anführer einer ganzen Horde Goblins, die dafür sorgen, dass wir nachts nicht mehr vor die Tür gehen, er vereinnahmt Gelder für sich, die für den König bestimmt sind und zwingt uns diese zu ersetzen. Er taucht nirgendwo selbst auf. Immer schickt er seine Goblins. Keiner weiß wie er aussieht, Darkman ist wie ein Schatten.“

Auch von der alten Frau erzählt sie, die ihr einst erklärt hat, warum der Säugling zu ihr in den Zirkus gebracht wurde:

Dieses Kind ist wichtiger als alle Menschen, wichtiger als du, wichtiger als ich und erst recht wichtiger als die zwei Frauen.“ Ich bat sie, mir das zu erklären, wusste aber im selben Moment, dass mir nun das Wissen zuteil werden würde, mit dem ich das Gefühl etwas Großes käme auf uns zu, erklären könne. Sie erzählte mir also von der Prophezeiung: Ein Kind wird geboren in einer mondlosen Nacht. Ein Kind, zu binden was schon ewig getrennt, ein Kind, den Frieden zu bringen, wo Hass und Lüge die Flüsse und Felder vergiftet, seit Anbeginn der Zeit.“

Almatea drehte sich zu Eleonora um. „Dieses Kind bist du Eleonora!“

Die Leser wissen inzwischen noch mehr – Darkman hat seine Goblins überall und hat Eleonoras beste Freundin in seiner Gewalt. Auch Eleonora weiß das. Die Erzählungen von Almathea machen sie ratlos und sie beschließt aus der Taverne in Trent zu fliehen und die Freundin Isabella zu suchen. Kurz darauf irrt auch Almathea durch Trent und sucht nach Eleonora. Diese entdeckt angesichts eines Goblins im Dämmerwald ihren Mut und stellt sich ihm in den Weg: „Ich bin die, die ihr sucht. Bringt mich zu eurem Herrn!“ So hofft sie endlich die Freundin zu finden – noch immer ohne die geringste Ahnung, was sie für sie tun könnte. (zu lesen im Boten vom 12. Okt)

Die Suche – Folge 13

Almatea verfluchte dieses dumme Kind. Wie konnte sie nur einfach abhauen. Sie war der Schlüssel zu einer besseren Welt für alle in Simkea, sie war die einzige Hoffnung die ihnen blieb und dennoch spielte Eleonora mit ihrem Leben um ihre Freundin zu befreien. Sie schüttelte den Kopf. Dummes Kind! Vor Wut schnaubend lief sie die Straßen Trents auf und ab. Sie blickte in jede Gasse und war schon zweimal am Stadttor vorbei gelaufen. Ihre Zuversicht Eleonora zu finden und zur Umkehr zu bewegen schwand immer mehr dahin. Mit jeder Stunde die verging wurde es immer Unwahrscheinlicher sie zu finden. Sie konnte inzwischen schon fast im Dämmerwald sein. Almatea seufzte. Wen sollte sie fragen? Sie wollte nicht noch mehr Menschen von Eleonoras Ankunft in Simkea berichten. Es war schon schlimm genug dass die Alte so offenherzig gegenüber dem Maskenmann gewesen war. Almatea war immer noch außer sich vor Zorn über diese Dummheit. Die Alte hatte ihr eingetrichtert mit aller Vorsicht Eleonora aus ihrer Dimension nach Simkea zu bringen, das möglichst wenig Menschen davon erfuhren und dann war genau sie diejenige, die es dem erstbesten auf die Nase band. Vielleicht wurde sie senil. Almatea glaubte nicht daran, aber sie konnte sich auch keinen Grund denken, warum die Alte es sonst so leichtfertig erzählt haben sollte. Gut, sie hatte keinen Namen genannt, aber Darkman hatte seine Spitzel überall und so währe es nicht verwunderlich, wenn er baldmöglichst von Eleonora Bericht erstattet bekommen würde und dann Gnade ihnen Mutter Erde. Almatea lief zum dritten Mal am Stadttor vorbei und fragte sich zum x-ten Mal an diesem Tag wozu ihre Gabe durch Dimensionen zu wandern wohl gut sein sollte, wenn sie in einer dieser Dimensionen nicht mal jemanden finden konnte ohne dieselbige Person erst stundenlang zu suchen. Da sie Eleonora immer noch nicht gefunden hatte, machte sie sich auf den Rückweg zum Wirtshaus. Sie musste dringend dafür Sorge tragen, das noch andere nach dem Mädchen suchten. Alleine war dieses Unterfangen einfach unlösbar.

In einem Zimmer des Wirtshauses saß die Alte auf ihrem Stuhl, auf dem Schoß hielt sie eine Waschschüssel mit Wasser gefüllt. Sie blickte angestrengt in die Schüssel, als suche sie etwas. Die Wasseroberfläche kräuselte sich, von innen nach außen bildeten sich kleine Ringe, ganz so als ob jemand einen Stein in die Mitte der Schüssel geworfen hätte. Die Stirn der Alten legte sich in Falten, nur einen kleinen Moment schloss sie die Augen, sammelte ihre Gedanken um dann wieder auf die Wasseroberfläche zu sehen. Ein Lächeln umspielte ihren Mund, als sie den Erfolg ihrer Arbeit sah. Da wanderten Eleonora und ein Goblin die Handelsstraße entlang. Eleonora ging selbstbewusst vor dem Goblin her, schaute mal hier hin und mal dorthin als wenn sie sich ihres Lebens freute und auf Wanderschaft wäre. Der Goblin trottete amüsiert hinterdrein. Ab und an schüttelte er den Kopf, als könne er immer noch nicht glauben was ihm da über den Weg gelaufen war. Die Alte blickte erstaunt auf dieses Bild und fing an zu kichern. Wer hätte schon geahnt, dass dieses Kind so viel Schneid besaß? Darkman, Darkman, mit diesem Mädchen wirst du es nicht einfach haben, dachte die Alte. Pass bloß auf dich auf. Die schafft es und macht dir das Leben zur Hölle. Die Alte pustete auf die Oberfläche und das Bild veränderte sich. Darkman wanderte ruhelos in dem Lagerhaus in dem er Isabell festhielt auf und ab. Die Hände hinter dem Umhang verschränkt zog er weite Kreise, ganz vertieft in seine Sorge, Eleonora könne ihm ein drittes Mal entkommen sein. Er konnte ja nicht ahnen, dass sie gradewegs auf dem Weg zu ihm war. Dass sie aber nicht als Gefangene kam, das hätte nicht mal die Alte geglaubt, wenn sie es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte. Wie erschüttert würde Darkman angesichts der Tatsache sein, das sein Opfer sich ihm so freiwillig auslieferte? Die Alte lächelte noch breiter. Was geschehen soll, wird geschehen. Sie fuhr mit der Hand über die Schale hinweg und das Bild war verschwunden. Langsam erhob sie sich und stellte die Schüssel zurück auf den Tisch und setzte sich mit dem Stuhl ans Fenster. So blickte sie hinaus auf den Marktplatz, schloss die Augen und nickte ein.

(im Archiv gefunden und entstaubt von Xanthy)

Liebe Leser, wer den Anschluss verpasst hat – oder sich nicht mehr gut erinnert – die letzte Folge wurde im Juli 2017 veröffentlicht.

2009 gab es sogar eine Diskussion im Boten, in der die Autorin fragte, was für ein  Schluss den Lesern denn am besten gefallen würde…. Darüber könntet Ihr ja auch nachdenken und das Ergebnis dann mit dem hier vergleichen…. Lange dauert es nicht mehr bis zum Ende!

Umland

Elonora ging durch kniehohe Wiesen, den Handelsweg mied sie, die Furcht entdeckt zu werden war zu groß, und das Gras war hoch genug. um sich tief in ihm ducken zu können.
Sie ging parallel zum Handelsweg und nah genug, um ihn nicht aus den Augen zu verlieren; ihr Herz klopfte bis zum Hals;ihre Hände waren nass vom Schweiß ihrer Angst. Da der Weg ziemlich eben verlief konnte sie schon von weitem sehen. wenn jemand kam, aber ihr war sehr wohl bewusst, dass auch sie schon vom Weitem gesehen werden konnte. Eleonora überlegte. was wohl schlimmer war, vom angeblichen Freund oder vom Feind gefunden zu werden. Die Sonne stand inzwischen hoch am Himmel, sie war hungrig und durstig, aber eine Pause konnte sie sich nicht gönnen und den Weg zu verlassen um eine Quelle zu suchen. kam genauso wenig in Frage. weil sie sich mit Sicherheit verlaufen würde.
Eleonora wusste immer noch nicht. was sie machen würde, wenn sie Darkman gefunden hatte oder wie sie Isabell retten wollte. Ihre Hoffnung bestand darin bis zum letzten Moment unentdeckt zu bleiben. Vielleicht bestand die Möglichkeit das feindliche Gelände erst zu erkunden. um dann ihre Freundin zu befreien. Große Sorge machte sich in Eleonora breit.
Wie es Isabell wohl ging? In welchem Zustand würde sie sein? Welche Qualen musste sie erdulden? Würde sie, Eleonora. jemanden töten müssen um Isabell zu retten? Und wenn ja, mit welchem Gegenstand? Sie hatte doch nichts als die Kleider. die sie am Leibe trug. Sollte sie sich einen großen Stock im Wald suchen, um ihn als Knüppel zu verwenden? Wie sollte sie an eine Waffe kommen?
Eleonora merkte. wie ihr die Tränen übers Gesicht liefen. Sie war einfach weg gelaufen, ohne zu wissen wohin, ohne zu wissen .wie sie Isabell retten sollte und ohne einen blassen Schimmer. was auf sie zukommen würde. Wie hatte sie nur so dumm sein können? Sie fühlte sich wie ein kleines Kind. Sprunghaft, ohne eine Ahnung von der Konsequenz ihres Handelns.
Eleonora hatte den tränenerfüllten Blick gesenkt und als sie jetzt hoch blickte .wurde sie des Waldes gewahr. Dunkel und riesig zeichnete er sich am Horizont ab. Ihr Herz begann zu rasen. Wie sollte sie Darkmans Versteck bloß in diesem großen Wald finden? Es könnte Tage, wenn nicht Wochen dauern. Ein Kloß saß in ihrem Hals. Wie dumm sie war. Der Mut verließ Eleonora. Vielleicht sollte sie umkehren. Vielleicht wäre es besser Almatea um ihre Hilfe zu bitten. Sie blieb stehen. Sie atmete schwer vor Kummer und Anstrengung. Eleonora setzte sich ins Gras. Ihr war es egal. dass sie nun fast komplett verdeckt war, dass sie bis zum Kinn im Gras hockte. Sie wünschte. sie wäre ganz alleine auf der Welt, ohne den ganzen Kummer und ohne alle Sorgen. Sie lauschte. Da waren schnelle Schritte zu vernehmen, Schritte die Richtung Wald liefen in einem Tempo. dass sie es für unmöglich hielt, dass diese menschlich waren. Eleonora duckte sich tiefer.
Ein Goblinin kam die Straße hoch zum Wald gelaufen, er schien es eilig zu haben und Eleonora ahnte weshalb. Sie wussten es also. Sie wussten, dass sie Isabell retten wollte und waren gewarnt.
Eleonora seufzte. Eigentlich konnte sie auch gleich hier sitzen bleiben, hier im Gras. Sie könnte sich hinlegen und warten, auf den Abend, die Nacht und darauf, dass sich ihre Probleme von selbst lösen würden. Sie atmete tief ein. Der Goblin eilte an ihr vorbei, als sie ein Gedanke wie ein Blitz durchzuckte. Wenn es doch eh schon so aussichtslos war den Moment der Überraschung zu nutzen, wenn es aussichtslos. schien das Versteck Darkmans zu finden und Isabell zu retten, dann könnte man es doch von einer ganz anderen Seite aus versuchen.
Eleonora lächelte, vielleicht rannte sie gradewegs in ihr Verderben, aber wenn das ihr Schicksal sein sollte, würde sie es ohne zu hadern annehmen, vielleicht konnte dies aber auch die einzige Chance sein Isabell zu retten. Jede Angst war vergangen, sie schöpfte wieder neuen Mut.
Eleonora stand auf und rief: „Wohin des Weges Goblin? Bin es nicht ich. die ihr sucht? Wollt ihr denn ohne mich eurem Meister gegenübertreten?“
Der Goblin blieb erstaunt stehen und kam argwöhnisch zurück.
Eleonoras Lächeln wurde breiter. Mit dieser Wendung der Dinge hatte wohl keiner gerechnet, am wenigsten sie. Wie gerne würde sie das Gesicht Darkmans sehen wenn er von diesem Moment erfuhr.

Zurück nach Trent

Der Goblin blickte Eleonora voller Argwohn an. Man konnte seine Gedanken förmlich lesen.
Eleonora blickte mutig zurück. Was immer kommen würde, schlimmer als alles vorher konnte es wohl kaum sein. Das hoffte sie zumindest. Der Goblin zog eine Augenbraue nach oben und fragte sich wohl, was er von diesem Akt halten solle, er blickte suchend nach links und rechts, als befürchtete er einen Hinterhalt. Eleonora betrachtete ihn genauer. Noch immer empfand sie dieses Wesen als fürchterlich abstoßend. Seine großen, abstehenden Ohren, seine schiefen, spitzen Zähne, die leuchtend grünen Augen und seine grüne Haut trugen nicht grade dazu bei, das er vertrauenerweckend aussah, von seinem Geruch mal abgesehen. Der Goblin stank als wüsste er nicht mal, was Wasser eigentlich ist. Eleonora atmete durch den Mund. Besser sie machte sich bei dem Wesen nicht unbeliebt, indem sie sich die Nase zuhielt, so sehr es sie auch danach verlangte. Warum mussten diese Dinger bloß so stinken, schoß es ihr durch den Kopf.
„Können wir gehen? Ich habe deinem Meister viel zu erzählen und will meine Freundin zurück haben. Es wäre doch angenehmer vor Anbruch der Dunkelheit bei ihm einzutreffen, bist du nicht auch der Meinung?“, sagte Eleonora mit mutiger Stimme. Sie war selbst überrascht, woher sie den Mut nahm, aber er war da und sie genoss es, so ganz ohne Angst vor diesem grässlichen Wesen zu stehen.
Der Goblin legte den Kopf schief und Eleonora fragte sich ernsthaft, ob er sie überhaupt verstanden hatte. Sie erinnerte sich daran, dass sie schon einen von ihnen Reden gehört hatte, aber vielleicht waren nicht alle Goblins so klug und genau dieser verstand kein Wort von dem, was sie sagte. Sie überlegte grade, wie sie ihr Anliegen in Zeichensprache vorbringen könne, als sie die tiefe, zischende Stimme des Goblins vernahm: „Du willst zu Darkman?“, er schien leicht erstaunt zu sein, aber zu ihrer Überraschung klang auch ein Funken Respekt aus seiner Stimme.
„Ja, ich möchte zu deinem Meister. Dem Herren, der euch befehligt.“, Eleonora nickte und fragte sich, was in dem Kopf ihr gegenüber wohl grade vorging.
„Darkman unser Herr und Meister?“, der Goblin verzog sein ohnehin schon hässliches Gesicht zu einem Grinsen. „Das erzählt man sich also. Aha! Darkman wird sich freuen dich zu sehen. Dreh dich um und geh voran.“
Eleonora war verwirrt. Darkman war nicht ihr Herr und Meister? Aber was war er dann? Wie konnte man sonst mit solchen Kreaturen in Kontakt kommen, wenn nicht um die Macht über alles und jeden an sich zu reißen?
Sie drehte sich auf der Achse um und ging den Weg zurück den sie eben erst gekommen war. „Wir gehen zurück Richtung Trent? Müssen wir nicht in den Dämmerwald?“, erkundigte sie sich. „Wenn du zu Darkman willst, solltest du den Weg gehen, den ich dir nenne. Wenn du glaubst es besser zu wissen, dann geh den Weg, den du gehen möchtest. Ich halte dich nicht auf.“, sie konnte sein Grinsen im Rücken förmlich spüren und auch den blanken Hohn, der in seiner Stimme lag.
Was habe ich bloß getan? Sie stapfte voraus und fragte sich, was diese Wendung wohl bringen würde, was sie Darkman sagen wollte, wenn sie erstmal vor ihm stand. Wie würde er sein? Ging sie gradewegs in ihr Verderben oder konnte sie noch hoffen? Sie dachte an Isabell und ihr war alles gleich. Wichtig war ihr nur, dass sie ihre Freundin wiederfand. Alles Weitere würde sich schon ergeben. Sie blickte sich kurz um und stellte fest, dass der Goblin ihr in geringem Abstand folgte. Anscheinend war er zu der Überzeugung gelangt, dass sie wahnsinnig war und keine Gefahr darstellte. Sollte er doch denken, was er wollte. Sie würde ihm seine Freude an der Situation lassen. Eleonora blickte auf und in die Ferne. So lang war sie nun schon gelaufen und wenn sie es richtig sah, dann hätte sie einfach in Trent bleiben können, um Darkman zu finden. Sie seufzte tief auf.

(aus dem Archiv ausgegraben und entstaubt von Xanthy)

17
Okt

Georgie und die kleine Raupe

   Von: Calisto in Es war einmal...

In einem alten Schaukelstuhl sitzt ein etwas älteres Gothic-Wurm und lächelt sanft zu seinem Zuhörern.
„Es war einmal ein kleines Mädchen namens Georgiana, die im Garten von ihrem Opa Mecon unter einem Apfelbaum sass“, beginnt der Geschichtenerzähler Mecon.
„Die kleine Georgi – so nannte der Opa Mecon seine kleine Enkelin immer liebevoll – döste ein wenig. Sie träumte gerade davon, eine Prinzessin zu sein“, Mecon atmete aus, trank einen Schluck Kräutertee.
„Plötzlich fiel ihr ein Apfel auf ihren Kopf und kullerte in ihren Schoß. Erschrocken wachte Georgi auf und starrte auf den Apfel. Dieser hatte einen Stiel und daran war ein Blatt und auf dem Apfel saß eine kleine Raupe. Auf einmal wurde aus der Raupe ein weißer Schmetterling, der sich erhob und davon flog. Georgi biss in den süßen Apfel und schaute dem Schmetterling hinterher.
Ende

Von Mecon erzählt und Alexa Viator niedergeschrieben